Sparkasse & Deka: Altersvorsorgedepot ab 2027
Die Sparkassen-Finanzgruppe geht beim Altersvorsorgedepot einen anderen Weg als die Neobroker: Das Produkt kommt von der DekaBank, vertrieben wird es über die einzelne Sparkasse vor Ort. Seit dem 9. September 2026 liegen Zahlen vor – und eine davon ist bemerkenswerter, als sie auf den ersten Blick aussieht.
Die Konditionen im Überblick
Die Deka hat ihre Konditionen am 9. September 2026 mitgeteilt. Angekündigt sind demnach für das Standarddepot 0,1 % Effektivkosten pro Jahr. Diese 0,1 % entfallen nach Anbieterangabe vollständig auf die eingesetzten ETFs – Depotführung und Zulagenverwaltung sollen nichts kosten und deshalb auch nichts zu den Effektivkosten beitragen. Angelegt wird über einen weltweiten Aktien-ETF und einen europäischen Rentenfonds aus eigenem Haus.
| Variante | Was dahintersteckt | Effektivkosten p. a. |
|---|---|---|
| Standarddepot, klassisch | Welt-Aktien-ETF, ab fünf Jahren vor Rentenbeginn automatische Umschichtung in europäische Unternehmensanleihen | 0,1 % |
| Standarddepot, individuell | Dieselbe Konstruktion, die Aktienquote lässt sich in der Sparkassen-App selbst steuern | 0,1 % |
| Individualprodukt | Aktiv gemanagtes Portfolio aus bis zu drei Fondsbausteinen entlang eines Lebenszyklusmodells, chancen- oder balanceorientiert | 1,0 bis 1,5 % |
| Frühstartrente | Für Kinder und Jugendliche, aufgebaut wie das Standarddepot | 0,1 % |
Abgeschlossen werden soll das Depot ab Januar 2027 sowohl in der Filiale als auch digital über die Sparkassen-App. Die Deka nennt dafür ihr Netz von rund 340 Sparkassen.
Warum 0,1 % hier mehr bedeutet als anderswo
Diese Zahl ist aus einem Grund wichtig, der in den meisten Berichten untergeht: Die Deka nennt als erster Anbieter eine Effektivkostenquote. Das ist eine andere Größe als das, was bisher zu lesen war.
Die Effektivkosten geben an, um wie viel Prozentpunkte die jährliche Rendite eines Vertrags durch alle Kosten sinkt – Depotführung, Verwaltung, Fondskosten, Abschlusskosten. Genau dafür gilt beim Standarddepot der gesetzliche Deckel von 1,0 %. Was Scalable Capital mit höchstens 0,15 % und quirion mit 0,07 und 0,08 % nennen, ist dagegen die Produktkostenquote der Fonds. Beide Werte liegen nahe beieinander, wenn ein Anbieter auf alles andere verzichtet – aber das ist eine Annahme, solange er es nicht selbst so ausweist.
Die Deka weist es aus. Damit ist ihre Angabe die einzige, die sich unmittelbar am gesetzlichen Deckel messen lässt. Ein direkter Preisvergleich mit den Neobrokern bleibt trotzdem unsauber, bis die anderen ebenfalls Effektivkosten nennen – wir stellen die Werte deshalb im Vergleich mit ihrer jeweiligen Bezeichnung nebeneinander und nicht als Rangliste.
Was an diesen Zahlen noch nicht verbindlich ist
Es handelt sich um eine Anbieterankündigung, nicht um ein Preisverzeichnis. Auf der eigenen Informationsseite der Deka zur Altersvorsorgereform standen die Werte bei unserer Prüfung noch nicht; dort ist weiterhin nur vom gesetzlichen Kostenrahmen die Rede. Verbindlich werden Konditionen erst mit dem zertifizierten Vertrag.
Dazu kommt ein Vorbehalt, den die Deka selbst macht: Nach übereinstimmender Darstellung der Fachpresse stehen sämtliche Angaben unter dem Vorbehalt einer aufsichtsrechtlichen Genehmigung, die für November erwartet wird. Was genau genehmigt werden muss, geht aus den Meldungen nicht hervor. Für die Zertifizierung des Altersvorsorgevertrags selbst ist nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz das Bundeszentralamt für Steuern zuständig, nicht die BaFin – das schreibt das Bundesfinanzministerium in seinen FAQ so. Wir führen den Vorbehalt deshalb als das, was belegt ist: eine offene Genehmigung, ohne uns auf die Behörde festzulegen.
Der Weg zum Depot
Die Sparkassen kündigen das Angebot seit Längerem an: Zum 1. Januar 2027 sollen passende Produkte bereitstehen, Kundinnen und Kunden würden rechtzeitig informiert und könnten sich beraten lassen. Viele einzelne Sparkassen betreiben dafür bereits eine Seite mit Vormerkfunktion – man hinterlässt seine Kontaktdaten und wird benachrichtigt, sobald das Depot beantragt werden kann. Ein Vertragsschluss ist das nicht; das geförderte Depot lässt sich gesetzlich erst ab 2027 eröffnen, bei jedem Anbieter.
Drei Wege in der Sparkassen-Gruppe – nicht verwechseln
Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe gibt es mehrere Zugänge zum Wertpapiergeschäft. Für das Altersvorsorgedepot ist bislang nur einer davon bestätigt:
| Zugang | Was es ist | Altersvorsorgedepot? |
|---|---|---|
| Deka über die Sparkasse | Fondsdepot der DekaBank, Beratung in der Filiale | Ja – ab 01.01.2027 angekündigt |
| S Broker | Eigenständiger Online-Broker der Deka-Gruppe, auch ohne Sparkassen-Girokonto nutzbar | Angekündigt, aber ohne eigene Produktseite |
| S-Neo | Depot in der Sparkassen-App, seit Juli 2026 bundesweit ausgerollt; Depotführung kostenlos, Orders ab 0,95 € | Bislang nicht angekündigt |
S-Neo ist kein Altersvorsorgedepot, sondern ein normales Wertpapierdepot in der Sparkassen-App – ohne staatliche Förderung. Die Sparkassen positionieren es als Zugang für Selbstentscheider. Ob das geförderte Depot später auch dort auftaucht, ist offen; angekündigt ist es nicht.
Was die regionale Struktur bedeutet
Die Sparkassen sind rechtlich eigenständige Institute. Das ist beim Altersvorsorgedepot mehr als eine Formalie: Es kann bedeuten, dass Konditionen und Produktauswahl je nach Haus abweichen.
Belegt ist dieser Effekt bereits bei S-Neo. Die Sparkassen weisen dort selbst darauf hin, dass die genannten Konditionen nur für Häuser gelten, die S-Neo mit dem S Broker DepotPlus der Deka-Gruppe umsetzen – Sparkassen mit eigenem Depotmodell haben abweichende Preise. Ob das beim Altersvorsorgedepot genauso kommt, ist noch nicht gesagt. Es ist aber der Punkt, den wir zuerst prüfen werden, sobald Preisverzeichnisse vorliegen.
Für wen das Angebot interessant ist
Die Sparkassen erreichen Menschen, die bisher wenig mit Wertpapieren zu tun hatten – und genau für diese Gruppe ist das Altersvorsorgedepot gedacht. Wer eine feste Ansprechperson in der Filiale schätzt, findet hier einen Zugang, den kein Neobroker bietet.
Die naheliegende Erwartung wäre, dass Filialberatung dieses Angebot teurer macht als ein reines Online-Depot – Beratung kostet Geld, und das Geld muss aus den Produktkosten kommen. Beim Standarddepot ist diese Erwartung nicht eingetreten. Mit 0,1 % liegt die Deka im Bereich der Neobroker, obwohl sie ein Filialnetz mitfinanziert.
Beim Individualprodukt sieht es anders aus: 1,0 bis 1,5 % sind das Zehn- bis Fünfzehnfache. Das ist der Preis für aktives Management und Betreuung, und dort greift auch der gesetzliche Deckel nicht – der gilt nur für Standarddepots. Über 30 Jahre macht ein Prozentpunkt Kostenunterschied einen fünfstelligen Betrag aus; wie viel genau, lässt sich im Förderrechner durchspielen.
Die faire Einordnung lautet deshalb: Die Frage ist nicht Sparkasse oder Neobroker, sondern welche der beiden Deka-Welten man wählt. Wer das Standarddepot nimmt, bekommt Filialzugang zu Online-Konditionen. Wer sich zum aktiv gemanagten Individualprodukt beraten lässt, sollte den Kostenunterschied kennen, bevor er unterschreibt.
Was wir noch nicht wissen
Die Kostenfrage ist beantwortet. Vier andere Punkte sind es nicht, und sie entscheiden über die spätere Bewertung:
- Die konkreten Fonds. Genannt sind ein weltweiter Aktien-ETF und ein europäischer Rentenfonds aus eigenem Haus – aber nicht, welche das sind. quirion nennt seine beiden Fonds mit Namen; bei der Deka lässt sich die Kostenangabe deshalb noch nicht unabhängig nachrechnen.
- Ob es ein frei wählbares Depot gibt. Beschrieben sind Standarddepot und Individualprodukt. Ein Altersvorsorgedepot mit freier ETF-Wahl, wie es mehrere Neobroker planen, taucht in den Angaben nicht auf.
- Die regionalen Unterschiede. Sparkassen sind eigenständige Institute – siehe unten.
- Die Auszahlphase. Ob es einen Fondsauszahlplan gibt, eine lebenslange Rente über einen Versicherungspartner oder beides, ist nicht gesagt.
Wir tragen diese Angaben nach, sobald sie belegbar sind – nicht früher. Kolportierte Kostenschätzungen aus anderen Portalen übernehmen wir bewusst nicht.
Woran wir das Angebot messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (40 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (15 %), Auszahlphase (15 %), Service & App (10 %). Drei Fragen stehen hier im Vordergrund: Bestätigt das Preisverzeichnis die angekündigten 0,1 %? Sind ausschließlich Deka-Produkte wählbar oder auch fremde ETFs? Und gelten die Konditionen bundesweit oder je Sparkasse unterschiedlich?
Warum diese Seite nicht im Anbieter-Vergleich auftaucht: Dort vergleichen wir Depot-Anbieter – Broker, Direktbanken und digitale Vermögensverwaltungen. Das Deka-Angebot läuft über Filialberatung und hauseigene Fonds und ist damit ein anderer Produkttyp. Sobald Konditionen vorliegen, prüfen wir diese Einordnung erneut.
Häufige Fragen
Bietet die Sparkasse ein Altersvorsorgedepot an?
Was kostet das Deka-Altersvorsorgedepot?
Kann ich mich schon vormerken lassen?
Ist S-Neo das Altersvorsorgedepot der Sparkasse?
Kann ich nur Deka-Fonds wählen?
Gelten überall dieselben Konditionen?
Ist das Deka-Angebot teurer als ein Online-Broker?
Was ist der Unterschied zwischen Deka und S Broker?
Kann ich meinen Riester-Vertrag der Deka übertragen?
Bietet die Deka auch die Frühstart-Rente an?
Sind 0,1 % dasselbe wie 0,15 % bei Scalable?
Muss ich Kunde meiner Sparkasse sein?
Stand: September 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zur DekaBank oder zu einzelnen Sparkassen, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.