Stand: Juli 2026

Standarddepot: Die einfache Variante des Altersvorsorgedepots

Nicht jeder will ETFs vergleichen. Für alle, die eine geförderte Altersvorsorge ohne Auswahlstress suchen, sieht das Gesetz das Standarddepot vor: zwei vorausgewählte Fonds, ein harter Kostendeckel – und jeder Anbieter muss es im Programm haben.

Was das Standarddepot ausmacht

  • Kostendeckel 1,0 Prozent: Die Gesamtkosten sind gesetzlich auf 1,0 % gedeckelt. Das schützt vor überteuerten Produkten – auch wenn günstige ETF-Lösungen im freien Altersvorsorgedepot deutlich darunter liegen können.
  • Zwei vorausgewählte Fonds: eine defensive und eine offensive Variante. Du triffst genau eine Entscheidung: Sicherheit oder Rendite-Schwerpunkt.
  • Angebotspflicht: Jeder Anbieter eines Altersvorsorgedepots muss das Standarddepot anbieten. Du kannst es also bei jedem Broker aus unserem Vergleich bekommen.
  • Volle Förderung: Zulagen und Günstigerprüfung gelten identisch wie im regulären Altersvorsorgedepot – Details im Förderungs-Ratgeber.

Zusätzlich ist ein öffentlich organisiertes Standardangebot geplant – also eine staatlich organisierte Umsetzung des Standarddepots.

💡 Update Juli 2026: Während private Anbieter im Zeitplan sind, stockt das staatliche Angebot: Laut Handelsblatt sind zentrale Fragen offen – etwa welche staatliche Stelle das Kapital anlegen und welche Behörde die Verträge verwalten soll. Selbst in den Regierungsfraktionen gibt es demnach Zweifel, ob das Produkt wie geplant startet. Wir beobachten das weiter.

Für wen ist das Standarddepot gedacht?

Das Standarddepot ist die richtige Wahl, wenn du eine geförderte Altersvorsorge willst, ohne dich mit Fondsauswahl zu beschäftigen – und wenn dir die Sicherheit eines gesetzlichen Kostendeckels wichtiger ist als die letzte Renditeoptimierung. Es ist der Sicherheitsanker der Reform: einfach, gedeckelt, überall verfügbar.

Wer bereit ist, einmalig zu vergleichen, kann im freien Altersvorsorgedepot mit günstigen ETFs meist niedrigere Effektivkosten erreichen. Genau diesen Unterschied werden wir ab 2027 messbar machen – mit einem eigenen Vergleich nur für Standarddepots.

Standarddepot vs. freies Altersvorsorgedepot

  • Auswahl: 2 Fonds (Standard) vs. breites ETF-/Fondsuniversum (frei)
  • Kosten: gesetzlich max. 1,0 % (Standard) vs. marktabhängig – potenziell deutlich günstiger, aber ohne Deckel (frei)
  • Aufwand: eine Entscheidung (Standard) vs. Auswahl und gelegentliche Kontrolle (frei)
  • Förderung, Einzahlungsgrenzen, Auszahlphase: identisch
💡 Unsere Einordnung: Das Standarddepot ist besser als keine geförderte Vorsorge – und der Kostendeckel setzt dem Markt eine sinnvolle Obergrenze. Ob es auch besser ist als ein selbst gewähltes ETF-Depot beim günstigsten Anbieter, entscheiden die tatsächlichen Konditionen ab 2027. Wir vergleichen beides.

Häufige Fragen zum Standarddepot

Muss jeder Anbieter ein Standarddepot anbieten?
Ja, es gilt eine Angebotspflicht. Wer ein Altersvorsorgedepot vertreibt, muss auch die Standardvariante führen.
Gilt der Kostendeckel von 1,0 % für alle Altersvorsorgedepots?
Nein, nur für das Standarddepot. Im frei gestalteten Altersvorsorgedepot gibt es keinen gesetzlichen Deckel – dort entscheidet der Anbietervergleich.
Bekomme ich im Standarddepot die volle Förderung?
Ja. Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus und Günstigerprüfung gelten unverändert.
Was ist das öffentlich organisierte Standardangebot?
Geplant ist ergänzend ein staatlich organisiertes Standardprodukt als günstiger Vergleichsmaßstab. Laut Medienberichten (Stand Juli 2026) ist dessen Umsetzung aber ins Stocken geraten – zentrale Zuständigkeitsfragen sind offen, der Start zum 01.01.2027 gilt als unsicher.

Quellen: Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 156); FAQ des Bundesministeriums der Finanzen. Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.