Stand: Juli 2026

Riester in das Altersvorsorgedepot übertragen: Das musst du 2026 wissen

Rund 16 Millionen Riester-Verträge stehen vor einer Weichenstellung: Ab 2027 kannst du in die neue Förderung wechseln – ohne die alte Förderung zurückzuzahlen. Die Entscheidungen fallen jetzt, in den Monaten vor dem Start. Hier sind die Regeln, Optionen und Fristen.

Die drei Optionen für Riester-Sparer

Option 1: Vertrag behalten (Bestandsschutz)

Dein bestehender Riester-Vertrag läuft unverändert weiter – inklusive der bisherigen Förderung und der 100-Prozent-Beitragsgarantie. Niemand zwingt dich zu wechseln. Das kann sinnvoll sein, wenn dein Vertrag gute Konditionen hat (etwa einen hohen Garantiezins aus alten Jahren) oder du kurz vor der Auszahlphase stehst.

Option 2: In die neue Förderung wechseln – ohne Produktwechsel

Ab 2027 kannst du deinen bestehenden Vertrag in die neue Fördersystematik überführen: beitragsproportionale Zulagen statt der alten Riester-Logik. Das Produkt bleibt, die Förderung wird einfacher.

Option 3: Wechsel mit Produktwechsel – ins Altersvorsorgedepot

Du überträgst dein Riester-Kapital in ein neues, zertifiziertes Altersvorsorgedepot. Damit entfällt der Garantiezwang, dein Kapital kann voll am Kapitalmarkt arbeiten – gerade bei langem Anlagehorizont das stärkste Argument. Entscheidend: Die bereits erhaltene Riester-Förderung musst du nicht zurückzahlen.

Die wichtigste Frist: Ende 2026

Ein Neuabschluss nach altem Riester-Modell ist nur noch bis Ende 2026 möglich. Das betrifft dich vor allem, wenn du die alte einkommensabhängige Förderung (z. B. hohe Kinderzulagen nach altem Recht) gezielt nutzen willst – ein Nischenfall. Für die meisten gilt: Es gibt keinen Grund, 2026 noch schnell einen Alt-Riester abzuschließen; die neue Förderung ist einfacher und der Produktrahmen flexibler.

Worauf du vor dem Wechsel achten solltest

  • Garantien und Rechnungszins: Alte Verträge mit hohem Garantiezins können wertvoll sein – prüfe, was du aufgibst.
  • Abschluss- und Wechselkosten: Frage deinen Anbieter, welche Kosten bei Übertragung anfallen und ob Abschlusskosten bereits „abbezahlt" sind.
  • Restlaufzeit: Je länger dein Horizont, desto stärker wiegt der Renditevorteil der garantiefreien Anlage; kurz vor Rentenbeginn kann die Garantie wichtiger sein.
  • Zielanbieter: Ob und wie reibungslos Broker Riester-Übertragungen annehmen, wird ein eigenes Kriterium in unserem Anbietervergleich – ebenso die Kosten des neuen Depots.
💡 Zeitplan-Tipp: Der Wechsel ist erst ab 2027 möglich – du verlierst also nichts, wenn du die ersten Anbieter-Konditionen abwartest. Nutze 2026, um deinen Bestandsvertrag zu verstehen (Standmitteilung, Kostenausweis) und unsere Watchlist zu verfolgen.

Häufige Fragen zum Riester-Wechsel

Muss ich die alte Riester-Förderung zurückzahlen, wenn ich wechsle?
Nein. Der Wechsel in die neue Förderung – mit oder ohne Produktwechsel – ist ohne Rückzahlung der bisherigen Zulagen und Steuervorteile möglich.
Muss ich überhaupt wechseln?
Nein. Bestandsverträge genießen Bestandsschutz und laufen unverändert weiter.
Bis wann kann ich noch einen alten Riester-Vertrag abschließen?
Nur bis Ende 2026. Ab 2027 gibt es Neuverträge ausschließlich in der neuen Systematik.
Wann kann ich frühestens ins Altersvorsorgedepot übertragen?
Ab dem Produktstart am 1. Januar 2027, sobald zertifizierte Depots verfügbar sind.
Lohnt sich der Wechsel für mich?
Das hängt von Garantiezins, Kosten und Restlaufzeit deines Vertrags ab – eine Pauschalantwort wäre unseriös. Diese Seite liefert die Kriterien; die Entscheidung bleibt individuell und ist keine Anlageberatung.

Quellen: Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 156); FAQ des Bundesministeriums der Finanzen. Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlage- oder Steuerberatung.