Was ist das Altersvorsorgedepot?
Die Reform der privaten Altersvorsorge kompakt erklärt: Produktvarianten, Unterschiede zu Riester und zum normalen ETF-Depot, Auszahlphase.
Zum Ratgeber →Am 1. Januar 2027 startet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot – der Nachfolger der Riester-Rente. Wir vergleichen Depot-Anbieter: Broker, Direktbanken und digitale Vermögensverwaltungen – unabhängig und mit offengelegten Kriterien. Bis zum Start zeigt unsere Watchlist, wer das Depot anbieten wird.
Stand September 2026 haben alle 16 von uns verglichenen Depot-Anbieter ein Altersvorsorgedepot angekündigt – von Neobrokern wie Scalable Capital, Trade Republic und Smartbroker+ über Direktbanken wie ING, comdirect und DKB bis zu digitalen Vermögensverwaltungen wie quirion und Oskar. Ein zertifiziertes Produkt mit verbindlichem Preisverzeichnis hat aber noch niemand: Die Zertifizierung läuft über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in einem nachgelagerten Verfahren. Jede Statusangabe belegen wir auf der Anbieterseite mit Quelle.
| Anbieter | Status | Einschätzung |
|---|---|---|
| Angekündigt | Konditionen auf der eigenen Seite: keine Depot-, Sparplan- und Ordergebühren im Standarddepot, TER-Erstattung für mindestens drei Jahre bis 25.000 €. Danach nur bei mindestens 15 Trades im Jahr; drei Standarddepots auf MSCI World, MSCI ACWI und FTSE All-World. | |
| Angekündigt | Erster Anbieter mit konkreten Kostenangaben: keine Gebühren für Depot, Sparpläne und Handel, ETF-Kosten maximal 0,15 % – im ersten Jahr 0 %. Angekündigt im Interview, noch kein Preisverzeichnis. | |
| Angekündigt | Nennt als einziger Anbieter die Fonds des Standarddepots mit Namen: zwei Vanguard-ETFs (TER 0,07 % und 0,08 %), Start kostenfrei, keine Abschlussgebühren. | |
| Angekündigt | Markteintritt angekündigt, noch keine Gebühren veröffentlicht. | |
| Angekündigt | Eigene Produktseite: zwei Modelle geplant – ein Standard-Depot mit vorausgewählter Strategie und ein freies Depot mit großer ETF- und Fondsauswahl. Kosten offen. | |
| Angekündigt | Eigene Produktseite: Start Januar 2027, ETFs und Fonds frei wählbar oder automatisiertes Standarddepot. Konditionen noch offen. | |
| Angekündigt | Auf der eigenen Website bestätigt: Altersvorsorgedepot ab 01.01.2027. Standard- und flexible Variante geplant, Konditionen offen. | |
| Angekündigt | Eigene Produktseite: alle drei Varianten geplant (Depot, Standarddepot, Garantie), Warteliste offen. Keine Gebühren. | |
| Angekündigt | Eigene Produktseite bestätigt das Angebot ab 01.01.2027, Vorregistrierung offen. Keine Gebühren veröffentlicht. | |
| Angekündigt | Markteintritt angekündigt, noch keine Gebühren veröffentlicht. | |
| Angekündigt | Auf der eigenen Website als Angebot zum 01.01.2027 angekündigt; Produktdetails nennt der Anbieter noch nicht. | |
| Angekündigt | Angekündigt; bewirbt das kommende Depot als gebührenfrei, Vorregistrierung offen. Verbindlich erst mit Zertifizierung. | |
| Angekündigt | Angekündigt; nannte laut Fachpresse als erste Bank eine Zielgebühr (0,25 % p. a.). Verbindlich erst mit Preisverzeichnis. | |
| Angekündigt | Digitale Vermögensverwaltung mit Familienschwerpunkt; Warteliste zum Start 01.01.2027. Konditionen offen – heutiges Produkt kostet 0,7–1,0 % plus Fondskosten. | |
| Angekündigt | Plant Portfoliolösung auf Vanguard-Basis für das Altersvorsorgedepot; Konditionen offen. | |
| Angekündigt | Kooperation mit Franklin Templeton: AV-Depot direkt in der App ab 01.01.2027 angekündigt. |
Alle 16 Depot-Anbieter, die wir vergleichen. Versicherer und Fondsgesellschaften mit Altersvorsorgedepot – Allianz, AXA, Union Investment und Fidelity – stehen in der vollständigen Anbieter-Watchlist.
Sobald die ersten zertifizierten Produkte live sind, wird aus dieser Watchlist der vollständige Vergleich: mit Effektivkosten, ETF-Auswahl, Zulagen-Handling, Auszahlkonditionen und einer transparenten Testnote. Die Kriterien legen wir vorab offen.
Die Reform der privaten Altersvorsorge kompakt erklärt: Produktvarianten, Unterschiede zu Riester und zum normalen ETF-Depot, Auszahlphase.
Zum Ratgeber →50 Cent je Euro, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus, Günstigerprüfung: So holst du bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr heraus – mit Rechenbeispielen.
Zum Ratgeber →10 € monatlich vom Staat ab dem 6. Lebensjahr: Wer berechtigt ist, wie die Jahrgangsregel funktioniert und wo das Gesetz gerade steht.
Zum Ratgeber →Mit dem Altersvorsorgereformgesetz löst der Gesetzgeber die Riester-Rente ab. Ab dem 1. Januar 2027 kannst du in einem Altersvorsorgedepot förderfähig in ETFs, Fonds und andere zugelassene Wertpapiere investieren – erstmals ganz ohne Garantiepflicht und ohne Versicherungsmantel. Wer Sicherheit möchte, wählt stattdessen ein Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie. Wer es einfach will, nimmt das Standarddepot: zwei vorausgewählte Fonds, gesetzlicher Kostendeckel von 1,0 Prozent, Angebotspflicht für Anbieter.
Die Förderung ist beitragsproportional und damit deutlich einfacher als bei Riester: Der Staat legt 50 Cent je eingezahltem Euro auf die ersten 360 € im Jahr drauf, danach 25 Cent je Euro bis 1.800 €. Maximal sind so 540 € Grundzulage pro Jahr drin – plus bis zu 300 € je Kind (voll schon ab 25 €/Monat), 175 € extra für Geringverdiener und einmalig 200 € für Berufseinsteiger unter 25; nötig sind mindestens 120 € Eigenbeitrag im Jahr. Ob zusätzlich der Sonderausgabenabzug mehr bringt, prüft das Finanzamt automatisch (Günstigerprüfung). Einzahlen kannst du bis zu 6.840 € pro Jahr und Depot, führen darfst du maximal zwei Depots gleichzeitig – gefördert wird nur eines.
Wichtig: Ein normales ETF-Depot ist nicht automatisch förderfähig. Die Zulagen gibt es nur in einem zertifizierten Vertrag. Genau deshalb lohnt sich der Anbietervergleich – die Unterschiede werden nicht bei Ordergebühren liegen, sondern bei Effektivkosten, Fondsauswahl, Zulagen-Handling und den Konditionen der Auszahlphase.
Förderberechtigt sind alle Pflichtversicherten der gesetzlichen Rentenversicherung, mittelbar berechtigte Ehepartner – und neu auch Selbstständige ohne GRV-Pflicht. Der Kreis der Berechtigten ist damit deutlich größer als bei Riester. Auch die rund 16 Millionen bestehenden Riester-Verträge sind betroffen: Sie genießen Bestandsschutz, können aber ab 2027 ohne Rückzahlung der alten Förderung in die neue Systematik wechseln – wie das geht, steht im Riester-Wechsel-Ratgeber.
Klassische Depot-Vergleiche schauen auf Ordergebühren und Handelsplätze. Beim Altersvorsorgedepot zählt anderes. Unsere Kriterien: Kosten (Depotgebühr, Effektivkosten pro Jahr, Sparplanausführung, Kosten der Auszahlphase), Produkt (BZSt-Zertifizierung, Standarddepot, Garantievariante), Anlage (ETF- und Fondsauswahl, Mindestsparrate), Förder-Handling (automatisierte Zulagen-Beantragung, Riester-Übertragung) und die Auszahlphase (Fondsauszahlplan, Leibrenten-Partner, Verrentungskosten). Ein Fonds- oder ETF-Wechsel innerhalb des Depots ist übrigens steuerfrei möglich – auch dessen Kosten fließen in die Bewertung ein.
Was ist über die einzelnen Anbieter bislang bekannt? Hier findest du zu jedem beobachteten Broker, jeder Bank, jedem Versicherer und jeder Fondsgesellschaft den Stand in zwei Sätzen – mit Link auf die ausführliche Statusseite samt Quelle.
Der Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe hat den Markteintritt angekündigt – über das Sparkassennetz hätte das Angebot potenziell enorme Vertriebsreichweite.
Traders Place bestätigt den Start zum 1. Januar 2027 auf der eigenen Website und plant zwei Modelle: ein Standard-Depot mit vorausgewählter Strategie und ein freies Depot mit großer ETF- und Fondsauswahl. Konditionen nennt der Anbieter noch nicht.
Traders Place im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Der europäische Neobroker nennt auf seiner eigenen Seite den Januar 2027 als Start: ETFs und Fonds frei wählbar oder als automatisiertes Standarddepot. Konditionen noch offen.
Trading 212 im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
flatex hat die Verfügbarkeit ab dem 1. Januar 2027 auf der eigenen Website bestätigt – eine der wenigen Zusagen aus einer Primärquelle. Geplant sind zwei Varianten: eine einfache Standardlösung und ein flexibleres Depot.
Deutschlands größte Direktbank plant laut eigener Website alle drei Produktvarianten – freies Depot, Standarddepot und Garantieprodukt – und hat eine Warteliste geöffnet. Gebühren sind noch nicht veröffentlicht.
Die DKB bestätigt das Altersvorsorgedepot auf der eigenen Website für den 1. Januar 2027 und hat eine Vorregistrierung geöffnet. Geplant ist eine kuratierte Auswahl an Fonds und ETFs. Gebühren nennt sie bislang nicht.
Die Consorsbank (BNP Paribas) hat ein Angebot angekündigt, Konditionen sind noch nicht veröffentlicht.
Consorsbank im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Als erster Anbieter hat Scalable im August 2026 Zahlen genannt: keine Gebühren für Depot, Sparpläne und Handel, ETF-Kosten von höchstens 0,15 % – im ersten Jahr 0 %. Genannt im Interview, ein Preisverzeichnis fehlt noch.
Scalable Capital im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Europas größter Neobroker hat im April 2026 offiziell bestätigt, ein Altersvorsorgedepot zum Start anzubieten; die Zertifizierung ist laut Fachpresse beantragt. Gebühren und Produktseite stehen aus – kursierende Kostenschätzungen sind unverbindlich.
Trade Republic im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Hat Konditionen auf der eigenen Seite veröffentlicht: keine Depot-, Sparplan- und Ordergebühren im Standarddepot, dazu Erstattung der Fondskosten für mindestens drei Jahre bis 25.000 € Anlagevolumen. Danach läuft die Erstattung nur bei mindestens 15 Trades im Jahr weiter.
Smartbroker+ im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Der Broker des Finanzportals bewirbt sein kommendes Depot als gebührenfrei und hat bereits eine Vorregistrierung geöffnet. Verbindlich wird die Gebührenfreiheit aber erst mit Zertifizierung und offiziellem Preisverzeichnis.
finanzen.net ZERO im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →
Die Direktbank aus der Commerzbank-Gruppe nannte laut Fachpresse als erster Anbieter eine konkrete Zielgebühr von 0,25 % pro Jahr. Das läge über den erwarteten Neobroker-Konditionen, dafür steht ein sehr breites ETF-Sparplan-Angebot dahinter.
Nennt als einziger Anbieter die Fonds des Standarddepots mit Namen: zwei Vanguard-ETFs mit 0,07 und 0,08 % laufenden Kosten. Weil Fondskosten öffentlich sind, lässt sich diese Angabe nachprüfen. Eigene Gebühren sollen zum Start entfallen.
Digitale Vermögensverwaltung mit Familienschwerpunkt und Warteliste zum Start. Arbeitet schon heute nach dem Prinzip des Standarddepots – die Kostenfrage entscheidet, ob das unter dem 1-%-Deckel funktioniert.
Der Robo-Advisor plant, das Altersvorsorgedepot über Modellportfolios auf Basis von Vanguard-Produkten umzusetzen, inklusive automatischem Portfolio-Management.
Die Finanz-App will gemeinsam mit Franklin Templeton ab Januar 2027 einen digitalen Zugang zum geförderten Depot direkt in der App bieten – Finanzguru liefert die Infrastruktur, Franklin Templeton die Produkte.
Finanzguru im Detail: Status, Quelle & Bewertungskriterien →