Alexander Merget
Alexander Merget

Altersvorsorgedepot: Anbieter-Watchlist

Welche Broker, Banken, Versicherer und Fondsgesellschaften bieten zum Start am 1. Januar 2027 ein Altersvorsorgedepot an? Stand Oktober 2026 haben alle 22 beobachteten Anbieter ein Angebot offiziell angekündigt – ein zertifiziertes Produkt mit verbindlichem Preisverzeichnis hat noch keiner. Jede Statusangabe ist auf der jeweiligen Anbieterseite mit Quelle belegt.

💡 Wen wir im Vergleich führen: Diese Liste zeigt alle 22 beobachteten Anbieter. Im Vergleich auf der Startseite sammeln wir zunächst alle, die ein Angebot angekündigt haben. Maßstab bleibt die Rolle: In den Depot-Vergleich gehört, wer das Depot selbst führt und bei wem der Vertrag zustande kommt – Produktgeber wie Fondsgesellschaften und Versicherer sowie reine Vertriebswege nicht. Bei mehreren Häusern lässt sich das heute noch nicht sauber beantworten; sobald die Preisverzeichnisse die Rollen klären, trennen wir.
AnbieterZum AnbieterEinschätzung
Zum Anbieter*Konditionen auf der eigenen Seite: keine Depot-, Sparplan- und Ordergebühren im Standarddepot, TER-Erstattung für mindestens drei Jahre bis 25.000 €. Danach nur bei mindestens 15 Trades im Jahr – Sparpläne zählen dabei nicht mit. Verzichtet nach eigener Aussage auch auf das gesetzlich erlaubte Wechselentgelt von bis zu 150 €.
Zum Anbieter*Eigene Produktseite: Standarddepot und allgemeines Depot ohne Depot- und Sparplangebühr, Käufe im allgemeinen Depot ab 500 € kostenlos. Fondskosten offen.
Zum Anbieter*Beide Varianten bestätigt: freies Depot für Selbstentscheider und Standarddepot. Die laufenden Fondskosten erstattet Scalable zu 100 % – aber nur für 16 namentlich gelistete ETFs und mit ausdrücklichem Widerrufsvorbehalt.
Zum Anbieter*Nennt als einziger Anbieter die Fonds des Standarddepots mit Namen: zwei Vanguard-ETFs (TER 0,07 % und 0,08 %), Start kostenfrei, keine Abschlussgebühren.
Zum Anbieter*Konditionen auf der eigenen Seite: Standarddepot Core ohne Depot- und Sparplangebühren, Produktkosten die ersten fünf Jahre erstattet, danach höchstens 0,07 %. Zwei weitere Varianten geplant, deren Konditionen noch fehlen.
Konditionen für beide Varianten genannt: keine Depotgebühr, keine Sparplankosten, 1 Euro je Einzelorder im selbst verwalteten Depot. Die laufenden Fondskosten werden für eine nicht bezifferte Zahl von ETFs erstattet – freiwillig, ohne Enddatum. Die beiden Fonds des Standarddepots sind nicht benannt.
Konditionen auf der eigenen Seite: keine eigenen Gebühren für Depot, Sparplan, Einzelorder und Anbieterwechsel. Relax mit zwei vorausgewählten ETFs und 0,2 % laufenden Produktkosten, Aktiv mit über 1.000 ETFs und Fonds ab 0,03 %.
Nennt als erster Anbieter eine Effektivkostenquote: 0,1 % für das Standarddepot, Depotführung und Zulagenverwaltung kostenfrei. Aktiv gemanagtes Individualprodukt 1,0 bis 1,5 %. Angekündigt am 09.09.2026, unter Genehmigungsvorbehalt.
Konditionen auf der eigenen Seite: DWS-Standarddepot digital für 0,10 % in den ersten zwei Jahren, danach 0,28 %; Depot mit persönlicher Beratung 0,99 %. Produktgeber ist die Fondstochter DWS.
Zum Anbieter*Konditionen gegenüber der Fachpresse genannt: Standardprodukt 0,35 oder 0,75 % Produktkosten je nach Vertriebsmodell plus 12 € Depotentgelt im Jahr, Vermögensverwaltung 1,35 % plus 24 €. Einziges bislang bekanntes Standarddepot mit festem Depotentgelt.
Zum Anbieter*Markteintritt angekündigt, noch keine Gebühren veröffentlicht.
Eigene Produktseite: Start Januar 2027, ETFs und Fonds frei wählbar oder automatisiertes Standarddepot. Konditionen noch offen.
Zum Anbieter*Eigene Produktseite bestätigt das Angebot ab 01.01.2027, Vorregistrierung offen. Keine Gebühren veröffentlicht.
Zum Anbieter*Markteintritt angekündigt, noch keine Gebühren veröffentlicht.
Zum Anbieter*Angekündigt; bewirbt das kommende Depot als gebührenfrei, Vorregistrierung offen. Verbindlich erst mit Zertifizierung.
Zum Anbieter*Angekündigt; nannte laut Fachpresse als erste Bank eine Zielgebühr (0,25 % p. a.). Verbindlich erst mit Preisverzeichnis.
Zum Anbieter*Erster Anbieter, der ein freies Altersvorsorgedepot ausdrücklich ausschließt: Es gibt nur das Standarddepot. Zu den Kosten sagt Oskar bislang nur, man liege „deutlich“ unter dem Deckel von 1,0 %.
Zum Anbieter*Plant Portfoliolösung auf Vanguard-Basis für das Altersvorsorgedepot; Konditionen offen.
Zum Anbieter*Kooperation mit Franklin Templeton: AV-Depot direkt in der App ab 01.01.2027 angekündigt.
Eigene Produktseiten: alle drei Kategorien ab Januar 2027 – Standarddepot (zwei nicht benannte Active ETFs, online abschließbar), AltersvorsorgeDepot InvestFlex und InvestFlex80 mit 80 % Garantie, beide nur über Berater. Keine Kostenangabe. Höchstbeitrag auf 1.800 € im Jahr begrenzt – das Gesetz ließe 6.840 € zu.
Eigene Produktseite: Angebot ab Anfang 2027 mit Aktien-, Themenfonds und ETFs, lebenslange Rente möglich, Abschluss über Vertriebspartner. Kosten nicht genannt.
Eigene Produktseite: UniVorsorgeDepot in drei Varianten (Basis mit aktiven ETFs, Pro, Garantie), Abschluss nur über Volks- und Raiffeisenbanken. Kosten noch nicht veröffentlicht.
Wer bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027 an?
Zum Anbieter-Vergleich

Stand der Daten: 28.10.2026 · Quellen: Anbieter-Websites und Fachpresse (auf den Detailseiten verlinkt). Alle Angaben ohne Gewähr.

Einordnung: Wer drängt in den Markt?

Der Wettbewerb formiert sich in fünf Gruppen. Die Broker und Neobroker (Scalable Capital, Trade Republic, flatex, finanzen.net ZERO) positionieren sich früh und über den Preis; flatex nennt inzwischen die niedrigsten Produktkosten des Marktes und die längste Erstattungsfrist. Die Direktbanken (ING, DKB, comdirect, Consorsbank) und der Sparkassen-Broker setzen auf ihre bestehende Kundenbasis; die comdirect nannte laut Fachpresse als erste eine Zielgebühr von 0,25 % p. a. Die Versicherer und Fondsgesellschaften (Allianz, AXA, Union Investment, Fidelity) bringen Riester-Erfahrung und Garantievarianten mit – hier wird der Kostenvergleich besonders spannend. Bei den Filialbanken tritt mit der Deutschen Bank ein Haus an, das Produkte seiner Fondstochter über die eigene Beratung vertreibt und dabei als erstes offenlegt, was diese Beratung kostet. Und Plattformen wie Finanzguru (mit Franklin Templeton) oder growney (mit Vanguard) wollen das Depot in App- und Robo-Umgebungen bringen.

Warum trotzdem noch kein Anbieter „live“ ist

Förderfähig sind nur Verträge, die vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifiziert wurden. Ab 2027 gilt dafür ein nachgelagertes Verfahren unter Widerrufsvorbehalt – Anbieter können also schnell an den Markt, die Prüfung erfolgt begleitend. Verbindliche Preisverzeichnisse erwarten wir im Laufe des zweiten Halbjahrs 2026. Vorsicht bei Angeboten, die schon jetzt Abschlüsse oder „Exklusivität“ suggerieren: Vor der Zertifizierung kann niemand garantieren, was im Januar 2027 wirklich gilt.

Zum Verständnis des Produkts: Was ist das Altersvorsorgedepot? · Zur staatlichen Förderung: Förderung & Zulagen · Zulagen ausrechnen: Förderrechner · Für Kinder: Frühstart-Rente.