Allianz Altersvorsorgedepot: Aktueller Status & Ausblick
Die Allianz ist Deutschlands größter Versicherer und war einer der größten Riester-Anbieter. Auf dieser Seite dokumentieren wir den aktuellen Stand zum Altersvorsorgedepot von Allianz – und ergänzen Konditionen, Test und Bewertung, sobald ein zertifiziertes Produkt mit Preisverzeichnis vorliegt.
Drei Produkte, alle drei Kategorien
Die Allianz deckt als einer der wenigen Anbieter alle drei gesetzlichen Produktkategorien ab. Auf ihren eigenen Produktseiten stehen die Namen und die Anlagelogik – Kosten stehen dort nicht.
| Produkt | Garantie | Anlage | Abschluss |
|---|---|---|---|
| Altersvorsorge Standarddepot | keine | zwei fest vorgegebene Active ETFs mit unterschiedlichen Risikoklassen | online ab Januar 2027 |
| AltersvorsorgeDepot InvestFlex | keine | bis zu zehn Fonds und ETFs gleichzeitig aus einem „TopFonds-Universum" | über Berater |
| AltersvorsorgeVertrag InvestFlex80 | 80 % der Beiträge zum Rentenbeginn | wie InvestFlex | über Berater |
Nur das Standarddepot lässt sich online abschließen. Für die beiden InvestFlex-Varianten verweist die Allianz auf Ansprechpartner vor Ort – wer selbst auswählen will, kommt also nicht ohne Beratungsgespräch aus. Die beiden Fonds des Standarddepots sind nicht benannt; die Allianz spricht nur von „Active ETFs". Dass sie von der Schwestergesellschaft Allianz Global Investors stammen, liegt nahe, steht aber weder auf den Produktseiten noch in der Pressemitteilung vom 16. Juni 2026.
Für Riester-Kunden stellt die Allianz einen Fördervergleichsrechner bereit, der die bisherige Riester-Förderung mit der neuen vergleicht. Wie ein Wechsel abläuft, steht auf unserer Seite zum Riester-Wechsel.
Der Punkt, den kein anderer Anbieter so setzt: 1.800 € im Jahr
In den Produktdetails steht bei allen drei Varianten derselbe Wert: Mindestbeitrag 120 € jährlich, Höchstbeitrag 1.800 € jährlich. Dazu die Fußnote: „Der Höchstbeitrag bezieht sich auf den Eigenbeitrag ohne Zulagen." Übertragungen aus einem anderen geförderten Vertrag sind von der Grenze ausgenommen.
Das ist eine Produktgrenze, keine gesetzliche. Das Gesetz erlaubt bis zu 6.840 € im Jahr je Vertrag. Die 1.800 € sind genau der Betrag, bis zu dem es überhaupt Zulage gibt – wer darüber hinaus in denselben Vertrag sparen will, um den Sonderausgabenabzug oder einfach den Steuerstundungseffekt zu nutzen, kann das hier nach den veröffentlichten Angaben nicht.
Für die meisten ist das folgenlos: 150 € im Monat schöpfen die Zulage voll aus. Wer mehr zurücklegen will, braucht daneben ein freies Depot – und sollte diese Grenze beim Vergleich kennen.
Fondswechsel: beim Standarddepot nein, bei InvestFlex ja
In der Produktvergleichstabelle der Allianz trägt die Zeile „Fondswechsel" beim Standarddepot ein Kreuz, bei beiden InvestFlex-Varianten einen Haken. Das klingt nach einer Einschränkung, ist aber die Bauart des Produkts: Ein Standarddepot besteht nach dem Gesetz aus genau zwei Fonds, da gibt es nichts zu wechseln.
Was sehr wohl geht, steht auf derselben Seite: Umschichten und Rebalancing zwischen den beiden Active ETFs, und die Beitragsaufteilung ist jederzeit anpassbar. Das Chance-Risiko-Profil lässt sich also gewichten – nur die beiden Bausteine selbst stehen fest. Bei InvestFlex ist dagegen von „Fondswechsel und Rebalancing jederzeit möglich" die Rede, bis zu zehn Positionen gleichzeitig.
Ein Stichwort, das die Allianz nicht erklärt
Unter den Merkmalen des Standarddepots steht „Obligatorisches Ablaufverfahren" – ohne ein weiteres Wort. Bei InvestFlex heißt es stattdessen „Optionales Ablaufmanagement".
Gemeint ist der Gleitpfad: Nach § 1 Absatz 1c Nummer 5 AltZertG dürfen fünf Jahre vor der Auszahlungsphase höchstens 50 Prozent und zwei Jahre vorher höchstens 30 Prozent im chancenorientierten Fonds liegen. Wichtig daran, und das steht auf keiner Anbieterseite: Das sind Obergrenzen einer Voreinstellung, keine festen Werte – Buchstabe b gibt dem Vertragspartner ausdrücklich das Recht, andere Prozentsätze zu verlangen. Mehr dazu auf unserer Seite zum Standarddepot.
Auszahlung
Bei allen drei Produkten nennt die Allianz dieselben Formen: eine lebenslang garantierte Rente oder wahlweise ein Auszahlungsplan bis Mindestalter 85, kombinierbar mit einer Teilauszahlung von bis zu 30 Prozent. Das entspricht dem gesetzlichen Rahmen; was er für dich bedeutet, steht unter Auszahlphase.
Was noch fehlt
Jede einzelne Zahl zu den Kosten. Weder die drei Produktseiten noch die Pressemitteilung nennen Depotgebühr, Effektivkosten, Produktkosten oder Abschlusskosten. Zum Standarddepot heißt es nur „günstige Kostenstruktur" – das ist keine Angabe, sondern eine Behauptung.
Das wiegt hier schwerer als bei einem Neobroker: Ein Angebot, das über Berater verkauft wird, muss diese Beratung finanzieren. Beim Standarddepot ist die Obergrenze gesetzlich auf 1,0 Prozent Effektivkosten gedeckelt, bei den beiden InvestFlex-Varianten gibt es keinen Deckel. Genau dort entscheidet sich, ob das Angebot mitspielt.
Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist
Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – bestehende Depots oder Produkte werden nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Dazu kommen die gesetzlichen Pflichten, allen voran das Standarddepot mit 1,0 % Kostendeckel (Angebotspflicht) und eine Lösung für die Auszahlphase (Fondsauszahlplan und/oder Leibrenten-Partner).
Woran wir Allianz messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (50 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (10 %), Auszahlphase (10 %), Service & App (10 %). Entscheidend werden die Effektivkosten über die gesamte Laufzeit, das Zulagen-Handling und die Konditionen der Verrentung sein.
Häufige Fragen
Bietet Allianz das Altersvorsorgedepot an?
Was kostet das Altersvorsorgedepot der Allianz?
Kann ich bei der Allianz mehr als 1.800 € im Jahr einzahlen?
Kann ich die Fonds im Allianz-Standarddepot wechseln?
Welche ETFs stecken im Allianz-Standarddepot?
Wird ein bestehendes Produkt bei Allianz automatisch förderfähig?
Wann gibt es hier Konditionen und eine Testnote?
Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu Allianz, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.