Alexander Merget
Alexander Merget

Allianz Altersvorsorgedepot: Aktueller Status & Ausblick

Eigene Produktseiten: alle drei Kategorien ab Januar 2027, Standarddepot online abschließbar. Keine Kostenangabe, Höchstbeitrag auf 1.800 € im Jahr begrenzt. Zum Anbietervergleich

Die Allianz ist Deutschlands größter Versicherer und war einer der größten Riester-Anbieter. Auf dieser Seite dokumentieren wir den aktuellen Stand zum Altersvorsorgedepot von Allianz – und ergänzen Konditionen, Test und Bewertung, sobald ein zertifiziertes Produkt mit Preisverzeichnis vorliegt.

Drei Produkte, alle drei Kategorien

Die Allianz deckt als einer der wenigen Anbieter alle drei gesetzlichen Produktkategorien ab. Auf ihren eigenen Produktseiten stehen die Namen und die Anlagelogik – Kosten stehen dort nicht.

Produkt Garantie Anlage Abschluss
Altersvorsorge Standarddepotkeinezwei fest vorgegebene Active ETFs mit unterschiedlichen Risikoklassenonline ab Januar 2027
AltersvorsorgeDepot InvestFlexkeinebis zu zehn Fonds und ETFs gleichzeitig aus einem „TopFonds-Universum"über Berater
AltersvorsorgeVertrag InvestFlex8080 % der Beiträge zum Rentenbeginnwie InvestFlexüber Berater

Nur das Standarddepot lässt sich online abschließen. Für die beiden InvestFlex-Varianten verweist die Allianz auf Ansprechpartner vor Ort – wer selbst auswählen will, kommt also nicht ohne Beratungsgespräch aus. Die beiden Fonds des Standarddepots sind nicht benannt; die Allianz spricht nur von „Active ETFs". Dass sie von der Schwestergesellschaft Allianz Global Investors stammen, liegt nahe, steht aber weder auf den Produktseiten noch in der Pressemitteilung vom 16. Juni 2026.

Für Riester-Kunden stellt die Allianz einen Fördervergleichsrechner bereit, der die bisherige Riester-Förderung mit der neuen vergleicht. Wie ein Wechsel abläuft, steht auf unserer Seite zum Riester-Wechsel.

Der Punkt, den kein anderer Anbieter so setzt: 1.800 € im Jahr

In den Produktdetails steht bei allen drei Varianten derselbe Wert: Mindestbeitrag 120 € jährlich, Höchstbeitrag 1.800 € jährlich. Dazu die Fußnote: „Der Höchstbeitrag bezieht sich auf den Eigenbeitrag ohne Zulagen." Übertragungen aus einem anderen geförderten Vertrag sind von der Grenze ausgenommen.

Das ist eine Produktgrenze, keine gesetzliche. Das Gesetz erlaubt bis zu 6.840 € im Jahr je Vertrag. Die 1.800 € sind genau der Betrag, bis zu dem es überhaupt Zulage gibt – wer darüber hinaus in denselben Vertrag sparen will, um den Sonderausgabenabzug oder einfach den Steuerstundungseffekt zu nutzen, kann das hier nach den veröffentlichten Angaben nicht.

Für die meisten ist das folgenlos: 150 € im Monat schöpfen die Zulage voll aus. Wer mehr zurücklegen will, braucht daneben ein freies Depot – und sollte diese Grenze beim Vergleich kennen.

Fondswechsel: beim Standarddepot nein, bei InvestFlex ja

In der Produktvergleichstabelle der Allianz trägt die Zeile „Fondswechsel" beim Standarddepot ein Kreuz, bei beiden InvestFlex-Varianten einen Haken. Das klingt nach einer Einschränkung, ist aber die Bauart des Produkts: Ein Standarddepot besteht nach dem Gesetz aus genau zwei Fonds, da gibt es nichts zu wechseln.

Was sehr wohl geht, steht auf derselben Seite: Umschichten und Rebalancing zwischen den beiden Active ETFs, und die Beitragsaufteilung ist jederzeit anpassbar. Das Chance-Risiko-Profil lässt sich also gewichten – nur die beiden Bausteine selbst stehen fest. Bei InvestFlex ist dagegen von „Fondswechsel und Rebalancing jederzeit möglich" die Rede, bis zu zehn Positionen gleichzeitig.

Ein Stichwort, das die Allianz nicht erklärt

Unter den Merkmalen des Standarddepots steht „Obligatorisches Ablaufverfahren" – ohne ein weiteres Wort. Bei InvestFlex heißt es stattdessen „Optionales Ablaufmanagement".

Gemeint ist der Gleitpfad: Nach § 1 Absatz 1c Nummer 5 AltZertG dürfen fünf Jahre vor der Auszahlungsphase höchstens 50 Prozent und zwei Jahre vorher höchstens 30 Prozent im chancenorientierten Fonds liegen. Wichtig daran, und das steht auf keiner Anbieterseite: Das sind Obergrenzen einer Voreinstellung, keine festen Werte – Buchstabe b gibt dem Vertragspartner ausdrücklich das Recht, andere Prozentsätze zu verlangen. Mehr dazu auf unserer Seite zum Standarddepot.

Auszahlung

Bei allen drei Produkten nennt die Allianz dieselben Formen: eine lebenslang garantierte Rente oder wahlweise ein Auszahlungsplan bis Mindestalter 85, kombinierbar mit einer Teilauszahlung von bis zu 30 Prozent. Das entspricht dem gesetzlichen Rahmen; was er für dich bedeutet, steht unter Auszahlphase.

Was noch fehlt

Jede einzelne Zahl zu den Kosten. Weder die drei Produktseiten noch die Pressemitteilung nennen Depotgebühr, Effektivkosten, Produktkosten oder Abschlusskosten. Zum Standarddepot heißt es nur „günstige Kostenstruktur" – das ist keine Angabe, sondern eine Behauptung.

Das wiegt hier schwerer als bei einem Neobroker: Ein Angebot, das über Berater verkauft wird, muss diese Beratung finanzieren. Beim Standarddepot ist die Obergrenze gesetzlich auf 1,0 Prozent Effektivkosten gedeckelt, bei den beiden InvestFlex-Varianten gibt es keinen Deckel. Genau dort entscheidet sich, ob das Angebot mitspielt.

Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist

Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – bestehende Depots oder Produkte werden nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Dazu kommen die gesetzlichen Pflichten, allen voran das Standarddepot mit 1,0 % Kostendeckel (Angebotspflicht) und eine Lösung für die Auszahlphase (Fondsauszahlplan und/oder Leibrenten-Partner).

Woran wir Allianz messen werden

Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (50 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (10 %), Auszahlphase (10 %), Service & App (10 %). Entscheidend werden die Effektivkosten über die gesamte Laufzeit, das Zulagen-Handling und die Konditionen der Verrentung sein.

💡 Bis dahin: Verfolge alle Anbieter in der Watchlist, versteh die Förderung und rechne deine Zulagen im Förderrechner durch.
Wer bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027 an?
Zum Anbieter-Vergleich

Häufige Fragen

Bietet Allianz das Altersvorsorgedepot an?
Ja, ab Januar 2027 und in allen drei gesetzlichen Kategorien: Altersvorsorge Standarddepot, AltersvorsorgeDepot InvestFlex und AltersvorsorgeVertrag InvestFlex80. Ein zertifiziertes Produkt mit verbindlichem Preisverzeichnis gibt es aber noch nicht – erst dann folgen hier Konditionen und Testnote.
Was kostet das Altersvorsorgedepot der Allianz?
Das ist nicht veröffentlicht. Weder die drei Produktseiten noch die Pressemitteilung nennen Depotgebühr, Effektivkosten oder Produktkosten; zum Standarddepot heißt es nur „günstige Kostenstruktur". Beachte: Der gesetzliche Deckel von 1,0 % Effektivkosten gilt nur für das Standarddepot, nicht für die beiden InvestFlex-Varianten.
Kann ich bei der Allianz mehr als 1.800 € im Jahr einzahlen?
Nach den veröffentlichten Produktdetails nicht: Dort steht bei allen drei Varianten „Höchstbeitrag: 1.800 € jährlich", bezogen auf den Eigenbeitrag ohne Zulagen. Das Gesetz würde bis zu 6.840 € je Vertrag zulassen – es ist also eine Grenze des Produkts, nicht des Gesetzes. Übertragungen aus einem anderen geförderten Vertrag sind davon ausgenommen.
Kann ich die Fonds im Allianz-Standarddepot wechseln?
Nein. In der Produktvergleichstabelle der Allianz steht bei „Fondswechsel" für das Standarddepot ein Kreuz. Das ist die Bauart: Ein Standarddepot besteht gesetzlich aus genau zwei Fonds. Umschichten und Rebalancing zwischen diesen beiden ist möglich, und die Beitragsaufteilung lässt sich jederzeit ändern. Bei AltersvorsorgeDepot InvestFlex ist der Fondswechsel dagegen jederzeit möglich, mit bis zu zehn Positionen gleichzeitig.
Welche ETFs stecken im Allianz-Standarddepot?
Die Allianz nennt sie nicht. Auf der Produktseite ist nur von „zwei fest vorgegebenen Active ETFs mit jeweils unterschiedlichen Risikoklassen" die Rede. Dass sie von der Schwestergesellschaft Allianz Global Investors stammen, liegt nahe, ist aber nicht belegt.
Wird ein bestehendes Produkt bei Allianz automatisch förderfähig?
Nein. Förderfähig ist ausschließlich ein eigens zertifizierter Altersvorsorgedepot-Vertrag.
Wann gibt es hier Konditionen und eine Testnote?
Sobald Allianz ein zertifiziertes Produkt mit veröffentlichtem Preisverzeichnis anbietet – frühestens zum Marktstart am 1. Januar 2027.

Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu Allianz, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.