Fidelity Altersvorsorgedepot: Aktueller Status & Ausblick
Fidelity International hat im September 2026 als eine der ersten Fondsgesellschaften Zahlen für sein Altersvorsorgedepot vorgelegt. Eine Besonderheit darin fällt erst beim Nachrechnen auf.
Die Konditionen im Überblick
Nach Angaben des Unternehmens gegenüber der Fachpresse startet Fidelity zum 1. Januar 2027 mit zwei Standardprodukten und einer gemanagten Vermögensverwaltung. Die konzerneigene Plattform FFB tritt als Produktgeber auf und übernimmt Depotführung, Zulagenmanagement und Zertifizierung.
| Variante | Produktkosten p. a. | Depotentgelt p. a. |
|---|---|---|
| Standardprodukt | 0,35 oder 0,75 %, je nach Vertriebsmodell | 12 € |
| Vermögensverwaltung | 1,35 %, Core-Satellite aus aktiven ETFs und aktiven Fonds | 24 € |
Das Standardprodukt setzt auf aktiv gemanagte ETFs mit einem Lebenszyklusmodell: Die Aufteilung verschiebt sich mit näher rückendem Renteneintritt automatisch in Richtung Sicherheit. Das erklärt, warum die Produktkosten über denen rein passiver Angebote liegen.
Das Depotentgelt ist der ungewöhnliche Teil
Fidelity ist bislang der einzige Anbieter, der im Standarddepot ein festes Jahresentgelt verlangt. Zwölf Euro klingen nach wenig. Prozentual wiegen sie aber umso schwerer, je kleiner das Depot ist – und am Anfang ist jedes Depot klein.
| Depotguthaben | 12 € entsprechen | zusammen mit 0,75 % |
|---|---|---|
| 2.000 € | 0,60 % | 1,35 % |
| 5.000 € | 0,24 % | 0,99 % |
| 20.000 € | 0,06 % | 0,81 % |
Einordnung, damit die Tabelle nicht überinterpretiert wird: Der gesetzliche Deckel von 1,0 % bezieht sich auf die Effektivkosten über die gesamte Laufzeit, nicht auf ein einzelnes Jahr. Ein teurer Start sprengt ihn also nicht automatisch, weil das Guthaben über Jahrzehnte wächst und das Fixentgelt prozentual verschwindet. Wer aber mit kleiner Sparrate anfängt, zahlt in den ersten Jahren anteilig deutlich mehr, als die genannten Prozentzahlen vermuten lassen.
Die Gegenrechnung gehört dazu: Ein Fixentgelt belastet kleine Depots, entlastet aber große. Bei 100.000 € fallen zwölf Euro nicht mehr ins Gewicht, während eine reine Prozentgebühr immer weiter mitwächst.
Was an diesen Zahlen offen ist
Fidelity nennt Produktkosten, keine Effektivkostenquote. Das ist die Größe, für die der gesetzliche Deckel gilt, und sie umfasst auch das Depotentgelt. Bisher hat erst ein einziger Anbieter im Markt eine solche Quote ausgewiesen – bei Fidelity muss man sie sich aus zwei Bestandteilen selbst zusammenrechnen, und der zweite hängt vom eigenen Guthaben ab.
Offen bleibt außerdem, wovon das Vertriebsmodell abhängt. Ob 0,35 oder 0,75 % gelten, entscheidet darüber, ob das Angebot günstig oder mittelmäßig ist – mehr als das Doppelte ist kein Detail. Welche Fonds konkret eingesetzt werden, ist ebenfalls nicht genannt.
Was auf der eigenen Seite steht – und was nicht
Fidelity betreibt eine eigene Informationsseite zum Altersvorsorgedepot. Dort werden die Förderung erklärt, die beiden Produktwelten gegenübergestellt und ein Newsletter zum Start angeboten. Konditionen stehen dort nicht. Die Zahlen oben stammen aus Angaben des Unternehmens gegenüber Fachmedien – belastbar, aber nicht dasselbe wie ein veröffentlichtes Preisverzeichnis.
Auf der eigenen Seite wirbt Fidelity zudem damit, schon heute ein normales Fondsdepot zu eröffnen und später umzusteigen. Dazu gehört der Hinweis, den wir bei allen Anbietern machen: Ein gefördertes Depot lässt sich gesetzlich erst ab 2027 eröffnen, und ein bestehendes Depot wird nicht automatisch dazu.
Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist
Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – bestehende Depots oder Produkte werden nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Dazu kommen die gesetzlichen Pflichten, allen voran das Standarddepot mit 1,0 % Kostendeckel (Angebotspflicht) und eine Lösung für die Auszahlphase (Fondsauszahlplan und/oder Leibrenten-Partner).
Woran wir Fidelity messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (50 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (10 %), Auszahlphase (10 %), Service & App (10 %). Drei Fragen stehen hier im Vordergrund: Wie hoch ist die Effektivkostenquote inklusive Depotentgelt? Wovon hängt das Vertriebsmodell ab, das über 0,35 oder 0,75 % entscheidet? Und welche Fonds liegen konkret im Standardprodukt?
Häufige Fragen
Bietet Fidelity das Altersvorsorgedepot an?
Was kostet das Fidelity-Altersvorsorgedepot?
Warum ist das teurer als bei anderen Anbietern?
Machen 12 € Depotentgelt einen Unterschied?
Wird ein bestehendes Produkt bei Fidelity automatisch förderfähig?
Wann gibt es hier Konditionen und eine Testnote?
Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu Fidelity, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.