Alexander Merget
Alexander Merget

flatex Altersvorsorgedepot: Aktueller Status & Ausblick

Konditionen auf der eigenen Seite: Standarddepot Core ohne Depotgebühr, Produktkosten fünf Jahre erstattet, danach maximal 0,07 %. Zum Anbietervergleich

flatex nennt auf der eigenen Produktseite Konditionen – und zwei Zahlen darin sind die bislang weitgehendsten im Markt: 0,07 % laufende Produktkosten und eine Erstattung über fünf Jahre.

Die Konditionen im Überblick

Der Start ist für den 1. Januar 2027 geplant. flatex nennt drei Varianten, von denen bislang nur die erste beziffert ist:

VarianteWas dahinterstecktKosten
Standarddepot CoreEin Aktien- und ein defensiver Anleihen-Baustein0 € Depot, 0 € Sparplan und Einmalanlage; Produktkosten die ersten fünf Jahre erstattet, danach maximal 0,07 %
Standarddepot PlusWeltweit gestreute Aktien und EUR-Anleihen, ergänzt um einen Goldanteilnicht genannt
Altersvorsorgedepot FlexFreie Auswahl aus einem größeren Universum an ETFs und Fondsnicht genannt

Zu den Orderkosten kommen nach Anbieterangabe marktübliche Spreads hinzu – das ist bei Online-Brokern üblich und betrifft den Handel, nicht die Depotführung. Für Plus und Flex kündigt flatex an, die Konditionen rechtzeitig vor dem Start zu nennen.

Warum diese beiden Zahlen bemerkenswert sind

0,07 % sind der niedrigste Wert, den bislang ein Anbieter für die laufenden Produktkosten eines Standarddepots genannt hat. Zum Einordnen: Der gesetzliche Deckel für Standarddepots liegt bei 1,0 % – hier wäre es ein Vierzehntel davon.

Die Erstattung über fünf Jahre ist die längste im Markt. Andere Häuser übernehmen die Produktkosten ein Jahr oder drei. Fünf Jahre sind ein spürbarer Vorsprung, gerade in der Phase, in der ein Depot noch klein ist und prozentuale Kosten am wenigsten wehtun – dafür aber jeder erstattete Euro am längsten mitwächst.

💡 Eine Frage, die flatex nicht beantwortet. Bei der Erstattung steht keine Obergrenze für das Anlagevolumen auf der Seite. Andere Anbieter deckeln solche Zusagen; ob flatex darauf verzichtet oder es nur nicht erwähnt, geht aus den Angaben nicht hervor. Das ist der erste Punkt, den wir im Preisverzeichnis nachschlagen werden – bei einer fünfjährigen Zusage macht eine Grenze den Unterschied zwischen einem echten Vorteil und einer Randnotiz.

Der Goldanteil im Plus-Depot wirft eine Frage auf

flatex beschreibt das Standarddepot Plus mit weltweit gestreuten Aktien, EUR-Anleihen „ergänzt um einen Goldanteil". Das ist ungewöhnlich, und zwar aus zwei Gründen.

Erstens schreibt das Gesetz für ein Standarddepot genau zwei Investmentvermögen vor – eines vorsichtiger, eines chancenorientierter. Ein dritter Baustein passt in diese Konstruktion nicht; Gold müsste also innerhalb eines der beiden Fonds enthalten sein.

Zweitens gehören Gold-ETCs nicht zum zulässigen Anlageuniversum. Sie sind rechtlich besicherte Schuldverschreibungen und damit keine Fondsanteile – das Gesetz lässt für das Altersvorsorgedepot Fonds und ETFs bis Risikoklasse 5 sowie bestimmte Anleihen zu, nicht aber Zertifikate und zertifikatsähnliche Papiere.

Beides schließt einen Goldanteil nicht aus – ein breit aufgestellter Fonds kann Goldpositionen enthalten, ohne selbst ein Gold-ETC zu sein. Es heißt nur: Die Umsetzung ist erklärungsbedürftig, und flatex erklärt sie bislang nicht. Wir tragen es nach, sobald die Fondsnamen vorliegen.

Was sich noch nicht vergleichen lässt

Die 0,07 % sind Produktkosten (TER), also die laufenden Kosten der eingesetzten Fonds. Der gesetzliche Deckel bezieht sich dagegen auf die Effektivkosten – alle Kosten des Vertrags zusammen. Solange flatex keine Effektivkostenquote ausweist, lässt sich das Angebot nicht unmittelbar am Deckel messen. Weil Depotführung, Sparplan und Orders ausdrücklich kostenfrei sind, dürften beide Werte nahe beieinanderliegen; belegt ist das erst mit dem Preisverzeichnis.

Offen bleiben außerdem: welche Fonds konkret in Core und Plus liegen, was Plus und Flex kosten, und wie die Auszahlphase gelöst ist.

Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist

Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – ein bestehendes flatex-Depot wird nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Die angekündigten Konditionen werden erst mit dem zertifizierten Vertrag und dem Preisverzeichnis verbindlich.

Woran wir flatex messen werden

Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (50 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (10 %), Auszahlphase (10 %), Service & App (10 %). Drei Fragen stehen im Vordergrund: Gilt die fünfjährige Erstattung ohne Volumengrenze? Wie hoch ist die Effektivkostenquote inklusive aller Vertragskosten? Und welche Fonds liegen in Core und Plus – insbesondere, wie der Goldanteil abgebildet wird?

💡 Bis dahin: Verfolge alle Anbieter in der Watchlist, versteh die Förderung und rechne deine Zulagen im Förderrechner durch.
Wer bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027 an?
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Häufige Fragen

Bietet flatex das Altersvorsorgedepot an?
Ja – flatex hat auf der eigenen Website bestätigt, dass das Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird, und nennt drei Varianten. Ein zertifiziertes Produkt mit verbindlichem Preisverzeichnis liegt noch nicht vor.
Was kostet das flatex Altersvorsorgedepot?
Für das Standarddepot Core nennt flatex 0 € Depotgebühr, 0 € für Sparpläne und Einmalanlagen sowie Produktkosten von maximal 0,07 % pro Jahr – erstattet werden diese in den ersten fünf Jahren. Für die Varianten Plus und Flex sind die Konditionen noch nicht genannt.
Was bedeutet „Produktkosten erstattet"?
Die laufenden Kosten der eingesetzten Fonds werden vom Anbieter übernommen. Bei flatex gilt das nach eigener Angabe für die ersten fünf Jahre; ab dem sechsten Jahr fallen maximal 0,07 % an. Ob die Erstattung an ein maximales Anlagevolumen geknüpft ist, steht nicht auf der Seite.
Was ist der Unterschied zwischen Core, Plus und Flex?
Core und Plus sind beides Standarddepots: Core mit einem Aktien- und einem Anleihen-Baustein, Plus zusätzlich mit einem Goldanteil. Flex ist das frei gestaltete Altersvorsorgedepot mit eigener Fondsauswahl – dort gilt kein gesetzlicher Kostendeckel.
Sind 0,07 % dasselbe wie die gesetzlichen 1,0 %?
Nein, die Zahlen messen Verschiedenes. Der Deckel gilt für die Effektivkosten, also alle Kosten des Vertrags zusammen. flatex nennt die Produktkosten der Fonds. Da Depot, Sparplan und Orders kostenfrei sein sollen, dürften beide Werte dicht beieinanderliegen – ausgewiesen ist es nicht.
Wird mein bestehendes Depot bei flatex förderfähig?
Nein. Förderfähig ist ausschließlich ein eigens zertifizierter Altersvorsorgedepot-Vertrag. Ein bestehendes Depot kann den späteren Einstieg aber vereinfachen, weil die Identifizierung schon erledigt ist.
Wann gibt es hier eine Testnote?
Sobald flatex ein zertifiziertes Produkt mit veröffentlichtem Preisverzeichnis anbietet – frühestens zum Marktstart am 1. Januar 2027.

Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu flatex, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.