Oskar Altersvorsorgedepot: Status & Ausblick
Oskar ist eine digitale Vermögensverwaltung mit Schwerpunkt auf Familien – bekannt vor allem für Kinderdepots. Für das Altersvorsorgedepot führt der Anbieter eine Warteliste. Interessant ist Oskar aus einem besonderen Grund: Das Haus arbeitet seit Jahren genau nach dem Prinzip, das der Gesetzgeber für das Standarddepot vorschreibt.
Aktueller Stand
Oskar betreibt eine eigene Informationsseite zum Altersvorsorgedepot und nennt den 1. Januar 2027 als Start. Wer will, kann sich in eine Warteliste eintragen. Der Anbieter beschreibt das künftige Angebot so, dass er das Geld automatisch umschichtet und die Anlage im Alter sicherer macht – das entspricht dem gesetzlich vorgeschriebenen Gleitpfad.
Konditionen für das geförderte Depot sind nicht veröffentlicht. Die heutigen Preise des normalen Oskar-Depots gelten nicht automatisch, weil das Altersvorsorgedepot ein eigener, zertifizierter Vertrag ist.
Wer hinter Oskar steht
Oskar ist kein Broker, sondern eine digitale Vermögensverwaltung. Du wählst keine einzelnen ETFs aus, sondern eine von mehreren Anlagestrategien; das Haus verteilt das Geld automatisch auf rund zehn ETFs und schichtet regelmäßig um.
Dahinter stehen drei Unternehmen: Die Oskar.de GmbH betreibt das Angebot, die Vermögensverwaltung übernimmt die Scalable Capital Vermögensverwaltung, das Depot liegt bei der Baader Bank. Das ist üblich in dieser Branche – für dich als Sparerin oder Sparer aber relevant, weil es bestimmt, wer den Vertrag führt und wessen Aufsicht greift.
Die Familienausrichtung ist echt, nicht nur Marketing: Depots laufen auf den Namen des Kindes, Großeltern und andere Verwandte können direkt einzahlen und sogar eigenständig ein Depot für das Enkelkind eröffnen. Bei einem Produkt, das Generationen verbindet, ist das ein sinnvoller Zuschnitt.
Der Punkt, auf den es bei Oskar ankommt: die Kosten
Bei einer Vermögensverwaltung zahlst du zweimal – für die Verwaltung und für die ETFs im Portfolio. Beim heutigen Oskar-Produkt sieht das nach Anbieterangaben so aus:
| Depotwert | Verwaltung, Service & Handel | ETF-Kosten | Zusammen |
|---|---|---|---|
| unter 10.000 € | 1,0 % p. a. | rund 0,14 % | rund 1,14 % |
| 10.000 bis 50.000 € | 0,8 % p. a. | rund 0,14 % | rund 0,94 % |
| ab 50.000 € | 0,7 % p. a. | rund 0,14 % | rund 0,84 % |
Angaben zum bestehenden Oskar-Produkt laut Kostenseite des Anbieters, nicht zum künftigen Altersvorsorgedepot.
Warum das wichtig ist: Für das Standarddepot schreibt das Gesetz einen Effektivkostendeckel von 1,0 % pro Jahr vor – und der umfasst alle Kosten, auch die der Fonds. Überträgt Oskar seine heutige Struktur unverändert, läge ein kleines Depot mit rund 1,14 % über dieser Grenze. Der Anbieter müsste für das geförderte Standarddepot also entweder günstiger kalkulieren oder ein anderes Modell wählen.
Das ist keine Kritik, sondern der Punkt, den wir zuerst prüfen werden. Zum Vergleich: Scalable Capital hat für sein Angebot maximal 0,15 % ETF-Kosten in Aussicht gestellt – bei einer Vermögensverwaltung kommt die Verwaltungsleistung eben dazu. Ob sie ihren Preis wert ist, hängt davon ab, ob du selbst auswählen und umschichten willst.
Oskar und die Frühstart-Rente
Für Familien ist ein zweites Thema relevant: Die Frühstart-Rente soll ab 2027 für jedes Kind ab sechs Jahren 10 € im Monat vom Staat bringen. Individuelle Verträge sind dabei nach dem Regierungsentwurf auf den Standarddepot-Vertrag beschränkt – also genau das Format mit vorgegebener Anlage und Gleitpfad, nach dem Oskar ohnehin arbeitet.
Ein Haus mit Familienschwerpunkt und passendem Produktzuschnitt hat hier gute Voraussetzungen. Angekündigt hat Oskar für die Frühstart-Rente allerdings noch nichts – wir tragen es nach, sobald es belegbar ist.
Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist
Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – ein bestehendes Depot wird nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Dazu kommen die gesetzlichen Pflichten: das Standarddepot mit Kostendeckel, das jeder Anbieter im Programm haben muss, und eine Lösung für die Auszahlphase.
Woran wir Oskar messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (40 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (15 %), Auszahlphase (15 %), Service & App (10 %).
Vier Fragen stehen bei Oskar im Vordergrund: Wie hoch sind die Effektivkosten inklusive Verwaltung und Fonds – und bleiben sie beim Standarddepot unter 1,0 %? Gibt es neben dem Standarddepot auch ein frei wählbares Angebot? Lassen sich Verträge für Kinder und Erwachsene nebeneinander führen? Und welche Lösung gibt es für die Auszahlphase?
Häufige Fragen
Bietet Oskar ein Altersvorsorgedepot an?
Was wird das Altersvorsorgedepot bei Oskar kosten?
Was ist der Unterschied zu einem Broker?
Eignet sich Oskar für die Frühstart-Rente?
Können Großeltern mit einzahlen?
Wer verwaltet mein Geld bei Oskar?
Wann gibt es hier eine Testnote?
Stand: September 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu Oskar, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.