Smartbroker+ Altersvorsorgedepot: Status & Ausblick
Smartbroker+ hat als einer der ersten Anbieter konkrete Konditionen für das Altersvorsorgedepot auf der eigenen Website veröffentlicht – und geht dabei weiter als die Wettbewerber: Die laufenden Fondskosten sollen mindestens drei Jahre lang erstattet werden. Es gibt allerdings eine Obergrenze und eine Bedingung für die Zeit danach, die man beide kennen sollte.
Was Smartbroker+ angekündigt hat
Der Anbieter unterscheidet zwischen dem gesetzlichen Standarddepot und einem frei wählbaren Altersvorsorgedepot. Die Konditionen unterscheiden sich:
| Kostenpunkt | Standarddepot | Freies Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Depotgebühr | 0 € | 0 € |
| Sparplanausführung | 0 € | 0 € |
| Käufe und Verkäufe | 0 € | 0 € ab 500 € Ordervolumen über gettex, darunter 1 € |
| Laufende Fondskosten (TER) | Erstattung zu 100 % für mindestens drei Jahre | keine Erstattung |
Zu allen Ordergebühren kommen nach Anbieterangabe marktübliche Spreads und Zuwendungen hinzu – das ist bei Neobrokern üblich und betrifft den Handel, nicht die Depotführung.
Was nach den drei Jahren gilt
Diese Frage war lange offen und ist inzwischen beantwortet – allerdings nicht auf der Produktseite, sondern in Angaben, die der Anbieter gegenüber der Fachpresse gemacht hat. Danach gilt: Wer mindestens 15 Trades pro Kalenderjahr im Hauptdepot ausführt, bekommt die Erstattung auch nach den drei Jahren weiter. Wer das nicht tut, zahlt die Fondskosten – die nach Anbieterangabe überwiegend unter 0,15 % pro Jahr liegen sollen.
Das ist eine ungewöhnliche Konstruktion, und sie verdient eine Einordnung: Eine Altersvorsorge, die über Jahrzehnte per Sparplan läuft, kommt normalerweise nicht auf 15 Einzelorders im Jahr. Die Bedingung hängt am Hauptdepot, also am normalen Wertpapierdepot daneben. Wer dort ohnehin aktiv handelt, erfüllt sie nebenbei; wer nur fürs Alter spart, vermutlich nicht. Die maßgeblichen Teilnahmebedingungen veröffentlicht der Anbieter selbst – vor Vertragsschluss lohnt der Blick hinein.
Drei Standarddepots zur Wahl
Anders als das Gesetz verlangt, bietet Smartbroker+ nach Anbieterangaben nicht ein Standarddepot an, sondern drei Varianten mit ETFs auf MSCI World, MSCI ACWI und FTSE All-World. Das sind die drei großen Welt-Indizes; sie unterscheiden sich vor allem darin, ob Schwellenländer und kleinere Unternehmen enthalten sind.
Damit ist Smartbroker+ nach quirion der zweite Anbieter, der überhaupt sagt, was im Standarddepot liegt. Der Unterschied bleibt allerdings bestehen: quirion nennt die konkreten Fonds mit Namen, deren Kostenquoten öffentlich nachprüfbar sind. Smartbroker+ nennt die Indizes – auf ein und denselben Index gibt es ETFs mit sehr unterschiedlichen Kosten. Solange die Erstattung läuft, spielt das keine Rolle. Danach schon.
Wie sich das zu Scalable verhält
Beide Anbieter werben mit null Prozent Fondskosten, meinen aber Unterschiedliches. Scalable Capital hat angekündigt, die Produktkosten im ersten Jahr zu übernehmen und danach höchstens 0,15 % zu berechnen – ohne Volumengrenze. Smartbroker+ erstattet mindestens drei Jahre, dafür nur bis 25.000 € und nur im Standarddepot.
Für kleine Depots ist das Smartbroker+-Angebot damit länger vorteilhaft, für größere greift die Grenze früher. Nach der Aktionszeit liegen beide Anbieter nach eigenen Angaben in derselben Größenordnung – Scalable bei höchstens 0,15 %, Smartbroker+ überwiegend darunter, sofern die Erstattung nicht ohnehin über die Trade-Bedingung weiterläuft. Der Unterschied liegt weniger im Preis als in der Verlässlichkeit: Eine Obergrenze ist eine Zusage, „überwiegend unter“ ist eine Erwartung.
Was ins Depot darf
Nach Anbieterangabe sind ETFs und Fonds bis einschließlich Risikoklasse 5 sowie EU-Staatsanleihen wählbar. Das entspricht dem gesetzlichen Rahmen; eine Zahl der im freien Depot konkret verfügbaren Fonds nennt Smartbroker+ nicht.
Zur Auszahlphase nennt der Anbieter einen Start zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr, eine mögliche Teilauszahlung von bis zu 30 % sowie die Wahl zwischen lebenslanger Leibrente und einem Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr. Auch das ist der gesetzliche Rahmen, keine Besonderheit des Hauses.
Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist
Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag. Die angekündigten Konditionen werden erst mit dem zertifizierten Vertrag und dem Preisverzeichnis verbindlich – bis dahin sind es Werbeaussagen, wenn auch ungewöhnlich konkrete.
Woran wir Smartbroker+ messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (40 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (15 %), Auszahlphase (15 %), Service & App (10 %).
Drei Fragen stehen hier im Vordergrund: Wie hoch ist die Effektivkostenquote des Standarddepots – die Größe, für die der gesetzliche Deckel gilt und die Smartbroker+ bisher nicht nennt? Welche ETFs liegen konkret in den drei Standarddepots? Und was steht in den Teilnahmebedingungen der TER-Erstattung, insbesondere zur 15-Trades-Regel?
Häufige Fragen
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei Smartbroker+?
Gilt die Kostenerstattung dauerhaft?
Was ist der Unterschied zwischen Standarddepot und freiem Depot?
Kann ich mich jetzt schon anmelden?
Was darf ich kaufen?
Kann ich meinen Riester-Vertrag übertragen?
Wann gibt es hier eine Testnote?
Stand: September 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu Smartbroker+, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.