Trade Republic Altersvorsorgedepot: Aktueller Status & Ausblick
Trade Republic zählt zu den größten Neobrokern Europas und hat das Thema Altersvorsorge mit ETF-Sparplänen seit Jahren im Fokus. Auf dieser Seite dokumentieren wir den aktuellen Stand zum Altersvorsorgedepot von Trade Republic – und ergänzen Konditionen, Test und Bewertung, sobald ein zertifiziertes Produkt mit Preisverzeichnis vorliegt.
Aktueller Stand: Konditionen genannt
Trade Republic hat im April 2026 bestätigt, ein Altersvorsorgedepot zum Start am 1. Januar 2027 anzubieten. Im Oktober 2026 sind erstmals Konditionen bekannt geworden – als Anbieterangaben gegenüber der Fachpresse, nicht auf einer eigenen Produktseite. Ein Preisverzeichnis liegt weiterhin nicht vor.
Angeboten werden zwei Varianten: ein Standarddepot, bei dem Trade Republic zwei Fonds auswählt und vor Rentenbeginn in den risikoärmeren umschichtet, und ein selbst verwaltetes Altersvorsorgedepot, in dem alle zugelassenen ETFs besparbar sind. Ein freies Depot ist für Anbieter freiwillig – dass es beides gibt, ist ein Positionierungsargument, kein Preisargument.
| Posten | Angabe des Anbieters |
|---|---|
| Depotgebühr | 0 € |
| Sparplanausführung | 0 € |
| Einzelkauf oder -verkauf | 1 €, nur im selbst verwalteten Depot |
| Laufende Fondskosten (TER) | für „mehrere Dutzend“ ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard erstattet |
| Wechsel zu einem anderen Anbieter | 150 € in den ersten fünf Jahren |
Anbieterangaben gegenüber der Fachpresse, Stand Oktober 2026. Verbindlich wird das erst mit dem Preisverzeichnis zum zertifizierten Vertrag.
Drei Punkte, die die Meldungen nicht trennen
Die Erstattung ist kein Preis
Trade Republic übernimmt die Fondskosten nach eigener Darstellung „langfristig“, nennt aber weder eine vertragliche Zusage noch ein Enddatum. Das ist etwas anderes als eine Obergrenze: Eine Zusage mit Enddatum kann man nachrechnen, ein Programm, das der Anbieter jederzeit beenden darf, nicht.
Hinzu kommt die Größenordnung. Wer 1.800 € im Jahr in einen ETF mit 0,15 % laufenden Kosten einzahlt, bekommt im ersten Jahr höchstens 2,70 € zurück. Über eine lange Ansparzeit wird daraus etwas: 150 € im Monat über 30 Jahre ergeben bei 7 % Rendite vor Kosten rund 175.000 € ohne laufende Fondskosten gegenüber rund 171.000 € bei 0,15 % – gut 4.800 € Unterschied. Der Vorteil entsteht also spät, und er hängt daran, dass das Programm so lange läuft.
Der Bonus wird nicht wieder angelegt
Die erstatteten Kosten schreibt Trade Republic nach eigener Angabe dem Verrechnungskonto gut, nicht dem Depot. Dort arbeitet das Geld nicht mit, bis man es selbst anlegt. Das ist der Unterschied, den keine Meldung herausarbeitet: Bei einem Mitbewerber geht derselbe Bonus direkt ins Altersvorsorgedepot und wird wieder angelegt – über Jahrzehnte ist das genau der Zinseszins, um den es beim Sparen für das Alter geht.
Die Wechselgebühr frisst den Bonus mehrfach auf
Wer in den ersten fünf Jahren zu einem anderen Anbieter wechselt, zahlt 150 €. Das ist zulässig: Nach § 1 Absatz 1 Satz 3 des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes darf der abgebende Anbieter – also der, den man verlässt – in den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss höchstens diesen Betrag berechnen. Danach muss er kostenfrei übertragen. Gerechnet mit 150 € Monatsbeitrag dauert es rund neun Jahre, bis der Erstattungsvorteil die 150 € wieder eingebracht hat. Ein Wechsel innerhalb der Sperrfrist kostet also mehr, als das Bonusprogramm in dieser Zeit einbringt.
Was offen bleibt
Die beiden Fonds des Standarddepots sind nicht benannt. Das ist der eigentliche Prüfpunkt: Fondskostenquoten sind öffentlich, solange man weiß, um welchen Fonds es geht. Ein Mitbewerber nennt seine Standarddepot-Fonds mit ISIN und macht die Kostenangabe damit unabhängig nachprüfbar – hier muss man der Zusage glauben.
Auch die Zahl der erstatteten ETFs bleibt vage: Der Anbieter spricht von „mehreren Dutzend“, eine genaue Liste oder Zahl nennt er nicht. Und für das Standarddepot ist offen, ob die Erstattung dort überhaupt greift – genannt wird sie für die selbst gewählten ETFs. Beides steht auf der Liste für das Preisverzeichnis.
Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist
Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – bestehende Depots oder Produkte werden nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Dazu kommen die gesetzlichen Pflichten, allen voran das Standarddepot mit 1,0 % Kostendeckel (Angebotspflicht) und eine Lösung für die Auszahlphase (Fondsauszahlplan und/oder Leibrenten-Partner).
Woran wir Trade Republic messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (50 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (10 %), Auszahlphase (10 %), Service & App (10 %). Entscheidend werden die Effektivkosten über die gesamte Laufzeit, das Zulagen-Handling und die Konditionen der Verrentung sein.
Häufige Fragen
Bietet Trade Republic das Altersvorsorgedepot an?
Wird mein bestehendes Depot bei Trade Republic förderfähig?
Wann gibt es hier Konditionen und eine Testnote?
Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu Trade Republic, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.