Alexander Merget
Alexander Merget

Deutsche Bank Altersvorsorgedepot: Status & Ausblick

Angekündigt Konditionen auf der eigenen Seite: Standarddepot 0,10 % in den ersten zwei Jahren, danach 0,28 %. Mit Beratung 0,99 %. Alle Anbieter vergleichen

Die Deutsche Bank nennt auf ihrer eigenen Produktseite Konditionen für das Altersvorsorgedepot – und liefert dabei als erstes Haus eine Zahl, die es sonst nirgends gibt: was Beratung im selben Haus kostet.

Die Konditionen im Überblick

Auf der eigenen Produktseite nennt die Bank drei Wege, die sich in Preis und Betreuung deutlich unterscheiden:

VarianteWas dahinterstecktKosten p. a.
DWS StandarddepotZwei ETFs, keine Garantie, ausschließlich digital und ohne Beratung0,10 % in den ersten zwei Jahren, danach 0,28 %
DWS AltersvorsorgedepotFreie Wertpapierwahl, Lebenszyklus-Management, mit persönlicher Beratung0,99 %
VersicherungsvarianteFondsgebundene Rentenversicherung eines Partners, optional mit 80 % Teilgarantienicht genannt

Das beratungsbasierte Depot ist laut Anbieterangabe erst im Laufe des Jahres 2027 geplant, das Standarddepot zum Start am 1. Januar. Bei der Versicherungsvariante nennt die Bank nur Produktmerkmale, keine Kosten.

Was Beratung hier tatsächlich kostet

Diese Seite erlaubt eine Rechnung, die sonst nirgends möglich ist. Beide Depots kommen aus demselben Haus, von derselben Fondstochter, und stehen auf derselben Seite: 0,28 % ohne Beratung, 0,99 % mit. Das ist der Faktor 3,5 – und kein Vergleich zwischen zwei Anbietern mit unterschiedlichen Produkten, sondern der reine Aufschlag für die persönliche Betreuung.

Was 0,71 Prozentpunkte ausmachen, zeigt eine einfache Rechnung: Wer 150 € im Monat über 30 Jahre einzahlt und 7 % Rendite vor Kosten unterstellt, landet bei 0,28 % Kosten bei rund 167.000 € – bei 0,99 % dagegen bei rund 146.000 €. Das sind gut 20.000 € Unterschied, allein durch die Gebühr. Die eigenen Zahlen lassen sich im Förderrechner durchspielen.

Das ist keine Empfehlung gegen Beratung. Wer ohne Begleitung gar nicht erst anfängt, fährt mit einem betreuten Depot besser als mit keinem. Aber der Preis dafür sollte bekannt sein, bevor man unterschreibt – und er steht selten so klar nebeneinander wie hier.

Der Staffelpreis im Standarddepot

Die 0,10 % gelten zwei Jahre, danach greifen 0,28 %. Das ist der erste Staffelpreis, den ein Anbieter für ein Standarddepot nennt.

Für die Bewertung zählt die zweite Zahl. Ein Altersvorsorgedepot läuft über Jahrzehnte; zwei vergünstigte Jahre fallen darin kaum ins Gewicht. 0,28 % sind trotzdem weit unter dem gesetzlichen Deckel von 1,0 % – die Einordnung lautet also nicht „Lockangebot", sondern: Die dauerhafte Zahl ist die relevante, und sie ist konkurrenzfähig.

Wer hier eigentlich der Anbieter ist

Die Rollen sind verschachtelt, und das hat Folgen für die Einordnung:

BeteiligteRolle
DWSFondstochter der Deutschen Bank, eigenständig börsennotiert. Entwickelt beide Depotprodukte und tritt nach Darstellung der Fachpresse selbst als Vertragspartner und Depotstelle auf.
Deutsche BankVertriebsweg und Beratung. Die Bank nennt die Konditionen ausdrücklich für den Abschluss „über die Deutsche Bank".
maxblueMarke der Deutschen Bank für das Online-Brokerage, keine eigene Gesellschaft. In den Angaben zum Altersvorsorgedepot taucht sie nicht auf.
💡 Warum das „über die Deutsche Bank" wichtig ist. Die Formulierung stammt von der Bank selbst und legt nahe, dass dasselbe DWS-Produkt auch über andere Wege vertrieben werden könnte – möglicherweise zu abweichenden Preisen. Die genannten Zahlen sind damit kanalspezifisch, nicht produktspezifisch. Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, prüfen wir, ob sie überall gelten.

Was noch offen ist

  • Die Fonds. Genannt ist eine „Mischung aus zwei ETFs", ohne Namen. Dass die hauseigene ETF-Palette zum Einsatz kommt, liegt nahe – belegt ist es nicht, und die laufenden Kosten einzelner ETFs unterscheiden sich erheblich.
  • Die Effektivkostenquote. Die Bank nennt Prozentsätze, ohne sie als Effektivkosten auszuweisen. Ob die Fondskosten darin enthalten sind oder obendrauf kommen, entscheidet über die tatsächliche Belastung.
  • Die Versicherungsvariante. Produktmerkmale ja, Kosten nein. Ohne Zahlen lässt sie sich nicht einordnen.
  • Der Zugangsweg. Ob das Standarddepot über die bestehende Online-Brokerage-Strecke läuft oder über einen eigenen Abschlussweg, ist nicht gesagt.

Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist

Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – ein bestehendes Depot wird nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Die angekündigten Konditionen werden erst mit dem zertifizierten Vertrag und dem Preisverzeichnis verbindlich.

Die Zahlen auf dieser Seite stammen von der eigenen Informationsseite der Deutschen Bank zur Altersvorsorgereform; dort ist als Stand der 16. September 2026 angegeben. Breiter berichtet wurde darüber ab dem 28. September.

Woran wir das Angebot messen werden

Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (40 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (15 %), Auszahlphase (15 %), Service & App (10 %). Drei Fragen stehen im Vordergrund: Sind die 0,28 % Effektivkosten oder kommen Fondskosten hinzu? Welche beiden ETFs liegen im Standarddepot? Und gelten die Konditionen nur beim Abschluss über die Deutsche Bank?

Warum diese Seite nicht im Anbieter-Vergleich auftaucht: Dort vergleichen wir Anbieter, die das Depot selbst führen – Broker, Direktbanken und digitale Vermögensverwaltungen. Hier entwickelt die Fondstochter das Produkt und tritt nach vorliegenden Angaben auch als Vertragspartner auf, während die Bank vermittelt und berät. Das ist dieselbe Konstruktion wie bei Sparkasse und Deka und wird genauso behandelt. Sobald das Preisverzeichnis die Rollen klärt, prüfen wir die Einordnung erneut.

Wer bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027 an?
Zum Anbieter-Vergleich

Häufige Fragen

Bietet die Deutsche Bank ein Altersvorsorgedepot an?
Ja, angekündigt zum 1. Januar 2027. Das Standarddepot kommt zum Start, das beratungsbasierte Depot laut Anbieterangabe erst im Laufe des Jahres 2027. Ein zertifiziertes Produkt mit verbindlichem Preisverzeichnis gibt es noch nicht.
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Deutschen Bank?
Für das digitale DWS-Standarddepot nennt die Bank 0,10 % pro Jahr in den ersten zwei Jahren und danach 0,28 %. Das Depot mit persönlicher Beratung kostet 0,99 % jährlich. Ob es sich dabei um Effektivkosten inklusive Fondskosten handelt, ist nicht ausgewiesen.
Warum kostet das Beratungsdepot fast das Vierfache?
Der Unterschied ist der Preis für persönliche Betreuung und die freie Wertpapierwahl. Beide Produkte kommen aus demselben Haus, deshalb lässt sich der Aufschlag hier ungewöhnlich klar ablesen: 0,28 % ohne, 0,99 % mit Beratung.
Gilt der gesetzliche Kostendeckel auch für das Beratungsdepot?
Nein. Der Deckel von 1,0 % gilt ausschließlich für Standarddepots. Das frei gestaltete Altersvorsorgedepot hat keine gesetzliche Obergrenze – die 0,99 % sind eine Entscheidung des Anbieters, keine Vorgabe.
Ist das Depot bei der Deutschen Bank oder bei der DWS?
Entwickelt werden beide Produkte von der DWS, der Fondstochter des Konzerns. Nach Darstellung der Fachpresse ist die Fondsgesellschaft auch Vertragspartner und Depotstelle, während die Bank vermittelt und berät. Die Bank nennt ihre Konditionen ausdrücklich für den Abschluss über sie selbst.
Läuft das über maxblue?
Dazu sagt die Bank nichts. maxblue ist eine Marke der Deutschen Bank für das Online-Brokerage, keine eigene Gesellschaft; in den Angaben zum Altersvorsorgedepot kommt sie nicht vor. Ob das digitale Standarddepot über diese Strecke abgeschlossen wird, ist offen.
Welche ETFs stecken im Standarddepot?
Das ist nicht veröffentlicht. Genannt ist nur eine Mischung aus zwei ETFs mit unterschiedlichem Risikoprofil, wie es das Gesetz vorschreibt. Welche Produkte das konkret sind, gehört zu den offenen Punkten.
Kann ich meinen Riester-Vertrag übertragen?
Die Bank weist darauf hin, dass bestehende Riester-Verträge übertragen werden können, aber nicht müssen. Was dabei zu beachten ist – vor allem, dass der Bestandsschutz mit dem ersten Neuvertrag endet –, steht im Riester-Wechsel-Ratgeber.
Wann gibt es hier eine Testnote?
Sobald ein zertifiziertes Produkt mit veröffentlichtem Preisverzeichnis vorliegt – frühestens zum Marktstart im Januar 2027.

Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank oder zur DWS, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.