Deutsche Bank Altersvorsorgedepot: Status & Ausblick
Die Deutsche Bank nennt auf ihrer eigenen Produktseite Konditionen für das Altersvorsorgedepot – und liefert dabei als erstes Haus eine Zahl, die es sonst nirgends gibt: was Beratung im selben Haus kostet.
Die Konditionen im Überblick
Auf der eigenen Produktseite nennt die Bank drei Wege, die sich in Preis und Betreuung deutlich unterscheiden:
| Variante | Was dahintersteckt | Kosten p. a. |
|---|---|---|
| DWS Standarddepot | Zwei ETFs, keine Garantie, ausschließlich digital und ohne Beratung | 0,10 % in den ersten zwei Jahren, danach 0,28 % |
| DWS Altersvorsorgedepot | Freie Wertpapierwahl, Lebenszyklus-Management, mit persönlicher Beratung | 0,99 % |
| Versicherungsvariante | Fondsgebundene Rentenversicherung eines Partners, optional mit 80 % Teilgarantie | nicht genannt |
Das beratungsbasierte Depot ist laut Anbieterangabe erst im Laufe des Jahres 2027 geplant, das Standarddepot zum Start am 1. Januar. Bei der Versicherungsvariante nennt die Bank nur Produktmerkmale, keine Kosten.
Was Beratung hier tatsächlich kostet
Diese Seite erlaubt eine Rechnung, die sonst nirgends möglich ist. Beide Depots kommen aus demselben Haus, von derselben Fondstochter, und stehen auf derselben Seite: 0,28 % ohne Beratung, 0,99 % mit. Das ist der Faktor 3,5 – und kein Vergleich zwischen zwei Anbietern mit unterschiedlichen Produkten, sondern der reine Aufschlag für die persönliche Betreuung.
Was 0,71 Prozentpunkte ausmachen, zeigt eine einfache Rechnung: Wer 150 € im Monat über 30 Jahre einzahlt und 7 % Rendite vor Kosten unterstellt, landet bei 0,28 % Kosten bei rund 167.000 € – bei 0,99 % dagegen bei rund 146.000 €. Das sind gut 20.000 € Unterschied, allein durch die Gebühr. Die eigenen Zahlen lassen sich im Förderrechner durchspielen.
Das ist keine Empfehlung gegen Beratung. Wer ohne Begleitung gar nicht erst anfängt, fährt mit einem betreuten Depot besser als mit keinem. Aber der Preis dafür sollte bekannt sein, bevor man unterschreibt – und er steht selten so klar nebeneinander wie hier.
Der Staffelpreis im Standarddepot
Die 0,10 % gelten zwei Jahre, danach greifen 0,28 %. Das ist der erste Staffelpreis, den ein Anbieter für ein Standarddepot nennt.
Für die Bewertung zählt die zweite Zahl. Ein Altersvorsorgedepot läuft über Jahrzehnte; zwei vergünstigte Jahre fallen darin kaum ins Gewicht. 0,28 % sind trotzdem weit unter dem gesetzlichen Deckel von 1,0 % – die Einordnung lautet also nicht „Lockangebot", sondern: Die dauerhafte Zahl ist die relevante, und sie ist konkurrenzfähig.
Wer hier eigentlich der Anbieter ist
Die Rollen sind verschachtelt, und das hat Folgen für die Einordnung:
| Beteiligte | Rolle |
|---|---|
| DWS | Fondstochter der Deutschen Bank, eigenständig börsennotiert. Entwickelt beide Depotprodukte und tritt nach Darstellung der Fachpresse selbst als Vertragspartner und Depotstelle auf. |
| Deutsche Bank | Vertriebsweg und Beratung. Die Bank nennt die Konditionen ausdrücklich für den Abschluss „über die Deutsche Bank". |
| maxblue | Marke der Deutschen Bank für das Online-Brokerage, keine eigene Gesellschaft. In den Angaben zum Altersvorsorgedepot taucht sie nicht auf. |
Was noch offen ist
- Die Fonds. Genannt ist eine „Mischung aus zwei ETFs", ohne Namen. Dass die hauseigene ETF-Palette zum Einsatz kommt, liegt nahe – belegt ist es nicht, und die laufenden Kosten einzelner ETFs unterscheiden sich erheblich.
- Die Effektivkostenquote. Die Bank nennt Prozentsätze, ohne sie als Effektivkosten auszuweisen. Ob die Fondskosten darin enthalten sind oder obendrauf kommen, entscheidet über die tatsächliche Belastung.
- Die Versicherungsvariante. Produktmerkmale ja, Kosten nein. Ohne Zahlen lässt sie sich nicht einordnen.
- Der Zugangsweg. Ob das Standarddepot über die bestehende Online-Brokerage-Strecke läuft oder über einen eigenen Abschlussweg, ist nicht gesagt.
Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist
Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag – ein bestehendes Depot wird nicht automatisch zum Altersvorsorgedepot. Die angekündigten Konditionen werden erst mit dem zertifizierten Vertrag und dem Preisverzeichnis verbindlich.
Die Zahlen auf dieser Seite stammen von der eigenen Informationsseite der Deutschen Bank zur Altersvorsorgereform; dort ist als Stand der 16. September 2026 angegeben. Breiter berichtet wurde darüber ab dem 28. September.
Woran wir das Angebot messen werden
Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (40 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (15 %), Auszahlphase (15 %), Service & App (10 %). Drei Fragen stehen im Vordergrund: Sind die 0,28 % Effektivkosten oder kommen Fondskosten hinzu? Welche beiden ETFs liegen im Standarddepot? Und gelten die Konditionen nur beim Abschluss über die Deutsche Bank?
Warum diese Seite nicht im Anbieter-Vergleich auftaucht: Dort vergleichen wir Anbieter, die das Depot selbst führen – Broker, Direktbanken und digitale Vermögensverwaltungen. Hier entwickelt die Fondstochter das Produkt und tritt nach vorliegenden Angaben auch als Vertragspartner auf, während die Bank vermittelt und berät. Das ist dieselbe Konstruktion wie bei Sparkasse und Deka und wird genauso behandelt. Sobald das Preisverzeichnis die Rollen klärt, prüfen wir die Einordnung erneut.
Häufige Fragen
Bietet die Deutsche Bank ein Altersvorsorgedepot an?
Was kostet das Altersvorsorgedepot bei der Deutschen Bank?
Warum kostet das Beratungsdepot fast das Vierfache?
Gilt der gesetzliche Kostendeckel auch für das Beratungsdepot?
Ist das Depot bei der Deutschen Bank oder bei der DWS?
Läuft das über maxblue?
Welche ETFs stecken im Standarddepot?
Kann ich meinen Riester-Vertrag übertragen?
Wann gibt es hier eine Testnote?
Stand: Oktober 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zur Deutschen Bank oder zur DWS, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.