Alexander Merget
Alexander Merget

quirion Altersvorsorgedepot: Status & Ausblick

Angekündigt Nennt als einziger Anbieter die Fonds des Standarddepots mit Namen. Start 01.01.2027.

quirion hat im September 2026 als bislang einziger Anbieter offengelegt, welche Fonds im Standarddepot tatsächlich landen – nicht welcher Index, sondern welches Produkt. Das ist mehr als eine Preisangabe – es ist die Information, die man braucht, um ein Angebot zu beurteilen.

Was quirion angekündigt hat

Der digitale Vermögensverwalter, eine Tochter der Quirin Privatbank, hat eine Partnerschaft mit Vanguard geschlossen. Das gesetzliche Standarddepot wird mit zwei Vanguard-ETFs umgesetzt:

BausteinFondsLaufende Kosten
ChancenorientiertVanguard FTSE Global All-Cap0,07 % pro Jahr
RisikoärmerVanguard Global Aggregate Bond EUR Hedged (währungsgesichert)0,08 % pro Jahr

Dazu kündigt quirion an, zum Start keine eigenen Gebühren zu erheben – weder Abschlusskosten noch Provisionen. Ergänzt wird das Angebot um persönliche Kundenbetreuung und die hauseigene Finanz-KI.

Belegt durch die Pressemitteilung der quirion AG vom 3. September 2026, verbreitet über den ots-Presseverteiler.

Warum die Fondsnamen wichtiger sind als die Preisangabe

Das Gesetz schreibt für das Standarddepot zwei Fonds vor: einen chancenorientierten und einen risikoärmeren. Welche das sind, entscheidet der Anbieter – und genau dort verstecken sich die Kosten, die den Ertrag über Jahrzehnte auffressen.

Bei Scalable stehen bislang nur Obergrenzen im Raum, bei der Deka eine Effektivkostenquote ohne Fondsnamen. Smartbroker+ ist inzwischen einen Schritt weiter und nennt drei Indizes – MSCI World, MSCI ACWI, FTSE All-World. Das ist aber etwas anderes: Auf ein und denselben Index gibt es ETFs, deren laufende Kosten um ein Vielfaches auseinanderliegen.

quirion nennt das Produkt. Damit lässt sich die Kostenseite unabhängig überprüfen, weil die Kostenquoten einzelner Fonds öffentlich sind. Bei allen anderen muss man der Zusage glauben.

Zur Einordnung der Zahlen: 0,07 und 0,08 % sind auch im ETF-Vergleich sehr niedrig. Der gesetzliche Effektivkostendeckel des Standarddepots liegt bei 1,0 % und umfasst alle Kosten. Wenn quirion tatsächlich keine eigenen Gebühren erhebt, läge das Angebot weit darunter. Verbindlich ist das erst mit dem Preisverzeichnis – „zum Start kostenfrei" lässt zudem offen, was danach gilt.

💡 Was quirion nicht sagt. Offen bleibt, ob es neben dem Standarddepot auch ein frei wählbares Altersvorsorgedepot geben wird, wie hoch die Effektivkostenquote insgesamt ausfällt und welche Lösung für die Auszahlphase vorgesehen ist. Für einen Vermögensverwalter ist die zweite Frage besonders relevant: Bei quirion fällt sonst eine Verwaltungsgebühr an, die beim Altersvorsorgedepot in die Effektivkosten einfließen würde.

Was für ein förderfähiges Angebot nötig ist

Förderfähig ist nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifizierter Vertrag. Die angekündigten Konditionen werden erst damit und mit dem Preisverzeichnis verbindlich.

Woran wir quirion messen werden

Sobald ein Preisverzeichnis vorliegt, bewerten wir nach unserer offengelegten Matrix: Kosten (40 %), Anlageuniversum (20 %), Förder-Handling (15 %), Auszahlphase (15 %), Service & App (10 %).

Drei Fragen stehen hier im Vordergrund: Wie hoch ist die Effektivkostenquote inklusive einer möglichen Verwaltungsgebühr? Gilt „kostenfrei" dauerhaft oder nur zum Start? Und gibt es neben dem Standarddepot ein freies Depot mit eigener Fondsauswahl?

💡 Bis dahin: Verfolge alle Anbieter in der Watchlist, versteh die Förderung und rechne deine Zulagen im Förderrechner durch.
Wer bietet das Altersvorsorgedepot ab 2027 an?
Zum Anbieter-Vergleich

Häufige Fragen

Welche Fonds stecken im quirion-Standarddepot?
Zwei Vanguard-ETFs: der Vanguard FTSE Global All-Cap als weltweit streuender Aktien-ETF (0,07 % laufende Kosten) und der Vanguard Global Aggregate Bond EUR Hedged als währungsgesicherter Anleihe-ETF (0,08 %).
Was kostet das Depot bei quirion?
Der Anbieter kündigt an, zum Start keine eigenen Gebühren, Abschlusskosten oder Provisionen zu erheben. Was nach der Startphase gilt und wie hoch die Effektivkosten insgesamt ausfallen, ist nicht veröffentlicht.
Ist das günstiger als bei Scalable, Smartbroker+ oder der Deka?
Das lässt sich noch nicht abschließend sagen, weil die Anbieter unterschiedliche Größen nennen. quirion nennt die konkreten Fondskosten (0,07 und 0,08 %), Scalable eine Obergrenze von 0,15 %, Smartbroker+ eine befristete Erstattung, die Deka als einzige eine Effektivkostenquote (0,1 %). Erst die Preisverzeichnisse machen das vergleichbar.
Was ist ein währungsgesicherter Anleihe-ETF?
Er enthält Anleihen aus aller Welt, sichert aber Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro ab. Das reduziert das Schwankungsrisiko – der Sinn des risikoärmeren Bausteins im Standarddepot.
Kann ich bei quirion auch selbst ETFs auswählen?
Für das Altersvorsorgedepot ist das nicht angekündigt. quirion nennt bislang nur das Standarddepot mit fester ETF-Kombination.
Wann gibt es hier eine Testnote?
Sobald ein zertifiziertes Produkt mit veröffentlichtem Preisverzeichnis vorliegt – frühestens zum Marktstart im Januar 2027.

Stand: September 2026. Diese Seite ist eine redaktionelle Status-Beobachtung; es besteht keine Geschäftsbeziehung zu quirion, sofern nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Alle Angaben ohne Gewähr.